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2. Unter⸗Prima. Ordinarius der Director mit 7 Stunden wöchentlich.
a) Sprachen.
1. Deutſch in 2 Stunden wöchentlich bei dem Oberlehrer Dr. Zaſtra; in einer Stunde Geſchichte der deutſchen Literatur von den älteſten Zeiten bis Herder nach Schäfers Leitfaden; in der andern, wie in Ober⸗Prima, Cenſur der ſchriftlichen Arbeiten, Uebung in extemporirten Vor⸗ trägen, worin hier jeder Schüler dreimal daran kommen konnte.
2. Latein in 8 Stunden wöchentlich, wovon 3 dem lateiniſchen Stile, 3 der Proſaikerlectüre, beides unter Leitung des Oberlehrers Rotter, 2 der Dichterlectüre unter Profeſſor Dr. Schmöl⸗ ders beſtimmt waren. In den lat. Stilſtunden wurde aus Zumpts Grammatik Kap. 80— 83 und ein Theil der Syntaxis ornata erklärt, die freien Aufſätze, nachdem ſie zu Hauſe corrigirt waren, cenſirt, endlich Exercitien aus Forbigers Materialien überſetzt und Extemporalien geſchrieben. Im Proſaiker wurde Cic. pro lege Man. und de ofſiciis lib. tertius erklärt; privatim laſen die Schüler Cic. or. pro Ligario; im Dichter Hor. carmm. III. 1— 17. 30. IV. 2—7; Satirr. I. 1. 3. 4. 53 die Oden wurden theilweiſe memorirt.
3. Griechiſch in 6 Stunden wöchentlich, wovon 1 für Grammatik, 2 für die Leſung des Proſaikers, beides unter dem Oberlehrer Dr. Zaſtra beſtimmt waren, während der Director in 3 Stunden die Dichterlectüre leitete. In der grammatiſchen Stunde wurde die Lehre von den Zei⸗ ten und Arten des Zeitworts erklärt und an Beiſpielen aus Roſt geübt, auch zuſammenhängende Stücke aus dem 4. Curſus überſetzt; im Proſaiker wurde Plat. Laches und Charmides, im Dichter Hom. JI. II. III. IV. geleſen; außerdem laſen die Schüler privatim Jl. XIV. XV.
4. Franzöſiſch in 2 Stunden bei Profeſſor Dr. Schmölders, in einer Wiederholung der Syntax nach Hirzel, in der andern wurde Lucréèce, tragédie par Ponsard geleſen; außer⸗ dem wurden freie Aufſätze, zu Hauſe vom Lehrer corrigirt, in der Schule mündlich cenſirt, auch Extemporalien geſchrieben.—
5. Hebräiſch mit Ober⸗Prima.
b) Wiſſenſchaften. 1. Religion in 2 Stunden wöchentlich, in einer von den Quellen der chriſtlichen Glau⸗
benslehre nebſt einem Theile der Glaubenslehre ſelbſt nach Fiſcher; in einer Leſung von Lucas K. 10— 14 im Urtexte.
2. Mathematik in 4 Stunden wöchentlich bei dem Mathematicus Dr. Sondhauß; in zwei Stunden die Stereometrie von der Betrachtung der Ecke bis zu Ende; in zwei Stunden die Hauptſätze aus der Combinationslehre nebſt Entwickelung des binomiſchen Lehrſatzes; Progreſſionen nebſt Anwendung auf die Rentenrechnung; Uebung in Auflöſung diophantiſcher Gleichungen.
3. Geſchichte in 3 Stunden wöchentlich bei dem Director, die mittlere Geſchichte und die neuere bis 1556 nach eigenen Heften.
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