Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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Vorwort.

Ein beſonderes Intereſſe gewährt die Lectüre des claſſiſchen Alterthums durch die Kunde von künſtlichen Sphären oder Globen, vermittelſt welcher es großen Denkern gelungen war, ihre Anſicht von Geſtalt, Stellung und Bewegung der Weltkörper zur Anſchauung zu bringen. Die Bewunderung, welche bei der Betrachtung ſolcher, den menſchlichen Scharfſinn ehrenden und über ſo wichtige Gegenſtände belehrenden Kunſtwerke das Gemüth eines jeden Menſchen zu erfüllen pflegt, mußte zum Erſtaunen werden in einer Zeit, die durch den neuen Anblick über⸗ raſcht wurde. Man ſollte daher billig erwarten, daß ſich das Alterthum werde veranlaßt geſehen haben, Erfinder wie Erfindungen genau zu bezeichnen. Dieſe Erwartung wird jedoch getäuſcht und man fühlt ſich unangenehm berührt durch die betrübende Wahrnehmung, daß, wie die Gegenwart, ſo auch die Vorzeit gar häufig undankbar war gegen ihre Wohlthäter, daß weder Menſchen durch ihre Größe, noch Erſindungen durch ihre Trefflichkeit vor unachtſamer Vernach⸗ läſſigung oder geringſchätzender Vergeſſenheit geſichert werden. So natürlich ſich auch an die Bewunderung der bezeichneten Kunſtwerke die Frage: wer der Erfinder ſei? anſchließen und den Wunſch erwecken mußte, die Namen ihrer Urheber der Verehrung ſpäterer Geſchlechter durch ausführliche Berichterſtattung zu überliefern: ſo zeigt doch eine ſorgfältige Prüfung der alter⸗ thümlichen Schriftſteller, die darüber Aufſchluß geben zu können ſcheinen, daß ſtatt aus⸗ führlicher Berichte nur kurze, oft flüchtige Notizen, ſtatt glaubwürdiger und zuverläſſiger Meldungen nur ſchwankende, oft ſogar ſich widerſprechende Erwähnungen an die Männer erinnern, auf deren Schultern zum Theil noch die Gegenwart ruht. Bei dieſer Unzulänglichkeit der Berichte wird es nicht auffallen, daß, wie in den letzten vorchriſtlichen Jahrhunderten, ſo in