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Wegen der gleichen Zeitdauer der Arſis und Theiis iſt den daktyliſchen Verſen urſprünglich eine gleichmäßige und ruhige Bewegung eigen, die freilich um ſo mehr hervortritt, je häufiger die Theſen eine Zuſammenziehung erleden. Durch beſondere Verwendung der Cäjuren indeſſen, von denen ich ſpäter handeln werde, ſowie durch Auflöſung der Theſis wirw der Charakter der dakthlichen Verſe derartig modiſgirt, daß ſie in Stande ſind, die größte Energie und Lebendigkeit auszudrüccen. In dieſem Sinne ſagt Quitilian Instit. IX, 4, 83. von den Versfützen überhaupt: auo quidue sunt temporibus Pleniores longisque syllabis magis stahiles, hoo grariorem faciunt orationom; breves celerem ao mobil
Die Verſe mit vorherrſchenden Dakthlen bezeichnen daher vor Allem eine gleichmäßige, lichte und ſchelle Bewegung. Auf dieſe Weiſe malt Ovid
V 587. Iuvenio sine vertiee adluas, siue murmurs euntes das gleichmäfige Dahinſüjeßen des Waſſers. 1. 553. Nano quoque Phochus amnat, Dostaque in stipite dextmm Kontit adhuc trepidare noro sub eurtios pectus
das gleichmäßhige und ſchnelle Pochen des Herzens der Daphne unter der Baumrinde; beſonders malcriſch wirtt zugleich im 2. Verſe die Dephthemimeres in Verbindung mit der Trithemimeres und die Verwendung der Conſonanten und t.
IV, 673. Vilit Aluntiades, nisi quod ler das Flattern des Haares der gefeſſelen Andromeda. cl. II, 575. II, 70. Acdde quod asqidun rupitur vertigine cuelum alta trahit eclericlue volumine tarduet die gleichmäßige und ſchnelle Umdrehung der Hietmelsſphäre. XII. 673. pennas suumpsere, tuneque Coniugis in volueres, nirens ubiero columhas das ſchnelle Auffliegen der Tauben, in welche die Töchter des Anius verwandelt wurden. cr. XIV, 390. II, 158. Corripuere viam pecdibusdue her uora motis die Schnelligkeit der Sonnenroſſe 1I. 743. leo sum, qui jussa per aurus Verha patris Dorto. Dater est mili Juphiter ipse
aura capillos— loverut
die Schnelligkeit des Mereur Damit hängt zuſammen, daß die Verſe mit überwiegenden Datthlen dem Ovid auch zum maleriſchen Ausdruck dienen von Behendigleit und Gewandtheit,(Spielen, Tändeln); Irohlichkeit, Geſchäftigkeit und Eile. 1I, 150. Oeaubat ille lerem iuxeuali corporo currum.
Ktatque super, mauibusdue datas cuntingere hahenas
Gaudet Behendigkeit und Gewandtheit, mit der Phaeton den Wagen des Sonnengottes beſteigt. Im zweiten Verſe wirkt wieder die Hephthemimeres in Verbindung mit der Trithemimeres beſonders maleriſch, da durch dieſe Versbewegung die Freude des merfahrenen ünglings hervorgehoben wird, der ſeinen unbeſonnenen Wunſch erfüllt ſieht.
VI, 20. Seu digitis subigobat opus, repetitadue longo— Gewandtheit und Faunſtferügkeit der Arachne im Bearbeiten der Walle
II, 841. ubi magui flia regis
Iuddere virgiuibus Iyriis comitata solebat. cf. V, 392.
IX, 795. Postera lux radiis latum patefscerat orbamn, Cum Vouus et Juno sociosdne Hymenaous'ad ignes Couveniunt, potiturdue sua puer Ihis Janthe. 23.
(Fröhliche Vermählung) cl. III.


