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folgenden Jahrhunderte der Aufenthalt für einen Gast auf drei Tage bemessen war. Weinhold D. Frauen S. 391.
Der Ausdruck:»nec interest« geht darauf, dass die Aufnahme im zweiten Haus gerade so erfolgt, wie im ersten. Die abweichende Meinung von Kritz wird durch die folgenden Worte: ⸗pari humanitate- widerlegt.
Die letzten Worte:-victus inter hospites comis- können zwar, da sie sich in allen Handschriften finden, nicht aus dem Text entfernt werden, aber dass sie an die Stelle. welche sie einnehmen, nicht passen, ist augenscheinlich. Daher werden sie stets dem Verdacht ausgesetzt sein, dass sie nicht von Tacitus herrühren, sondern von einem seiner Erklärer als Randglosse beigeschrieben seien.
Zweiundzwanzigstes Kapitel.
Unter den täglichen Beschäftigungen und Genüssen der Männer hebt Tacitus besonders den häufigen Besuch der Gastmähler hervor und bespricht ausführlich die Eigenthümlich- keit der Germanen, bei dem Gelage auch die ernstesten Angelegenheiten zu berathen.
Um den Gegensatz, in welchem die hier geschilderten Gewohnheiten gegen die Sitten der Römer standen, deutlich zu empfinden, hat man das, was Passow über römische Lebensweise zu dieser Stelle bemerkt hat, wol zu beachten:»Die Römer standen vor Tage auf, badeten nach dem Ballspiel, speisten an gemeinsamer Tafel, giengen in der Stadt nicht bewaffnet und begannen ihre Gelage nicht vor Nacht«.
Gegen die Richtigkeit der Bemerkung, dass die Germanen öfter warm gebadet hätten, sind von Vielen, namentlich von Gerlach, Zweifel erhoben worden. Man hat sich dabei auf zahlreiche Stellen Griechischer und Römischer Schriftsteller, welche vom Baden der Germanen in Flüssen handeln, berufen. Aber wenn auch die nur darauf, dass das warme Bad öfter als das kalte genommen worden sei, gerichtete Bemerkung des Tacitus durch solche Stellen keineswegs entkräftet wird,— sie gewinnt volle Bestätigung durch die bei den Germanen während der folgenden Jahrhunderte herrschende Sitte, nach welcher man theils Badekammern im eignen Haus hatte, theils öffentliche Badestuben besuchte, und zwar beides, um warm zu baden. Siehe Weinhold D. Frauen S. 342. u. 343.
Das Frühmahl, welches in den Worten: lauti cibum capiunt« bezeichnet wird, erhielt sich durch das ganze Mittelalter hindurch. Nach diesem Frühmahl gab es wahrscheinlich nur noch eine Mahlzeit. Siehe Weinhold D. Frauen S. 386., sowie desselben alt- nordisches Leben S. 150. Ueber die Sitte, dass bei dem Frühmahl Jeder einen abge- sonderten Platz hatte, findet sich, soviel ich weiss, später gar keine Nachricht. Dass diese Sitte bei den Gastmählern und Gelagen, von welchen Tacitus weiterhin berichtet, nicht stattfand, versteht sich von selbst.
Die Partikel:»et« in dem Satz: ⸗sed et de reconciliandis- etc., welche sich in vielen Hansdchriften nicht findet, ist nach meiner Ansicht dennoch im Text zu belassen, einmal, weil sie sich in der bessten Handschrift, in der von Pontanus, findet, sodann weil sie


