Druckschrift 
2 (1907)
Entstehung
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Der Knabe und die Mücken.(Bel. 1743 B, S. 166.)

Mein Vater eilt zur Jagd, wie ich gemerket habe, So ſprach der kleine Juſt, ein aufgeweckter Knabe, Und ging zu gleicher Zeit, indem er dieſes ſprach, Dem Vater voller Luſt, obwohl von weitem, nach. 5 Er ließ den kleinen Fuß vergnügt durchs Grüne ſtreifen, Fing oft zu ſingen an, und öfter noch zu pfeifen; Sein Rohr, ſein heißres Rohr, aus grünem Weidenholz, Klang, weil ers ſelbſt gemacht, in ſeinen Ohren ſtolz; Kein Ton erſcholl ſo rauh, den er nicht trefflich nannte, 10 Denn alles ſchien ihm Kunſt, weil er die Kunſt nicht kannte. Er geht am Felde hin und bückt ſich oft im Gehn, Bricht große Blumen ab, und reyht die Stengel ſchön, Und ſchätzt ſich ſo beglückt in ſeiner Blumenkette, Als ob das goldne Vließ daran gehangen hätte.

15 O Wolluſt ſonder Reu, wer ſchmeckt dich, als ein Kind? Wie ruhig ſind wir nicht, wenn wir noch unſer ſind, Und frey von Sorg und Gram, bey Unſchuld, Scherz und Spielen, Das Glück zwar nicht verſtehn; allein dafür es fühlen.

Kaum tritt der muntre Juſt noch in den Buſch hinein, 20 So fühlt er manchen Stich und manche kleine Pein, Und ſieht ſich von dem Schwarm der Mücken ganz umzogen, Die bald an ſeiner Hand, bald an der Stirne ſogen. Er läuft, und denkt dadurch dem Haufen zu entfliehn; Allein je mehr er läuft, je mehr verfolgt er ihn.

Der Knabe und die Rücken.(3. Buch, Nr. 20).

Mein Vater geht ins Holz, wie ich gemerket habe, So ſagte Fritz, ein kleiner muntrer Knabe, Und hüpft', indem er dieſes ſprach, Von ſeinem Jugendglück gerühret, 5 Von ſeinem Phylax angeführet, Dem Vater ſchon von weitem nach. Kaum trat er in den Buſch, als ihn hier eine Mücke, Dort wieder eine Mücke ſtach. Er ſchalt, und lief ein gutes Stücke, 10 Dem böſen Schwarme zu entfliehn; Allein je mehr er lief, je mehr verfolgt er ihn.