Kaum war der Winzer fortgegangen: So trieb das durſtige Verlangen Die Elſter wieder zu dem Moſt. Allein ſie brachte bald von neuen, 35 Sich ſchwatzhaft, durch ein heftig Schreyen, Wie vorhin, um die ſüße Koſt.
Nun, ſchrie der Sperling, werd ich inne, Du Elſter biſt nicht wohl bey Sinne, Stets ſtöhrſt du dich in deiner Luſt. 40 Wie, rief ſie, hab ich doch geſchrien? Noch dießmal werde mirs verziehen, Vor Freuden hab ichs nicht gewußt!
Sie fliegt nunmehr zum drittenmale Nach der vom Wein geſchwollnen Schaale, Frißt ſicher, weil ſie ſtille frißt.
Wiewohl ſie muß ſich doch entdecken, Kein Träubchen will ihr weiter ſchmecken; Sie ſchreyt, bis ſie der Winzer ſchießt.
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Wie mancher wär beglückt gediehen,
50 Wenn er ſein Glück nicht ausgeſchrien, Und vor der ganzen Welt entdeckt!
O Schwätzer! lernt ein Guth genieſſen, Das, weil es wenig Neider wiſſen,
Uns ſichrer bleibt, und ſüßer ſchmeckt.
30 Komm mit mir unter jenen Baum.“ Sie nimmt die Traube mit; und kaum
Erreichte ſie den ſichern So ſchrie ſie laut: O
Baum, Sperling, welche Freude!
Wie glücklich ſind wir alle beide!
35 In Wahrheit, glücklich, bis zum Neide. So ſchrie ſie noch, als ſchon ein Schwarm von Elſtern kam, Und das gepriesne Glück ihr nahm.
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Du, der ſein Glück der ganzen Welt eutdeckt, 40 O Schwätzer, lern ein Gut genieſſen, Das, weil es wenig Neider wiſſen, Uns ſichrer bleibt, und ſüßer ſchmeckt!


