Druckschrift 
2 (1874)
Entstehung
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Die Tage von Ganossa unter Heinrich WV.

Fortsetzung und Schlusz.

IV. Vom Banne des Königs his zu den Beschläszen von Tribhur (Oppenheim).

Faszen wir die innere Geschichte dieses Zeitraums ins Auge, so erscheint uns der Beachtung wert:

1) In welchem Verhältnis stand der Pabst zum König? 2) In welchem der König zu seinen Vasallen? 3) In welchem die Vasallen zum Pabste?

1) Gregor hatte zwar Heinrich excommuniciert, gleichwol gab er die Hoffnung noch nicht auf, ihn wieder mit sich zu versöhnen und in den Schosz der Kirche wieder aufzunehmen. Nur sollte der König sich vor ihm beugen und auf seine Forderungen eingehen. Er wollte da- für Garantieen haben, dasz ihm der König künftig gehorsam sein würde. Das geht aus mehreren seiner Schriften hervor, die dieser Periode angehören, und dahin gehört sein Brief an Wifred von Mailand), worin er ausdrücklich gesteht, Frieden mit dem Könige haben zu wollen, wenn nur dieser Frieden mit Gott suche, und der Brief vom 25. Juli 1076 an alle Brüder in Christo:»Gratias agimus omnipotenti deo etc.«²), worin er zum Gebet auffordert, damit der König zu wahrer Reue geführt werde, und damit er unter Gottes Beistand wieder in den Schosz der wahren Kirche aufgenommen werden könne. Doch verlangt er auch hier Bürgschaften. Er ruft Gott zum Zeugen an, dasz ihn bei seinem Verfahren keine weltliche Rücksicht bestimmt habe, sondern allein das Bewustsein seiner Pflicht 3). Uebrigens wurde es

1) Registrum Greg. ed. Jaffé II. p. 229. Reg, III, 15. 2) Registr. IV, 1. Jaffé II, p. 239. 3) Jaffé Gregorian II, p. 240: Testis enim nobis est deus etc.