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1 (1898) Allgemeiner Teil
Entstehung
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giebt es deren sehr viele*). Um eine wirkliche Person handelt es sich dabei in den meisten Fällen nur in der 1. und 2. Person; steht das Zeitwort in der 3. Person, so bezeichnet das Subjekt nicht nur eine Person, sondern auch einen Gegenstand; man muss zwischen wirk- licher Person und Verbalperson unterscheiden. Wieder in anderer Bedeutung wird das Wort Person in dem Ausdruckeunpersönliche Zeit- wörter gebraucht, d. h. Zeitwörter, die nie ein bestimmtes Subjekt(Person oder Gegenstand) haben, sondern immer nur mit dem unbestimmten (neutralen) Subjekte il, also nur in der 3. Person Einzahl auftreten. Ein wichtiger Unterschied zwischen dem Deutschen und Französischen in Bezug auf die Person muss noch vermerkt werden. Für die höfliche Anrede bedient man sich im Deutschen der 3. Person Mehrzahl(und folglich des Subjektessie), anstatt der eigent- lichen Person für die Anrede(Subjektihr), im Französischen verwendet man die Person für die Anrede, nimmt also die 2. Person Mehrzahl (Subjekt vous).

Zeit, Aussageweise und Geschlecht.

Es giebt drei Hauptzeiten: Gegenwart Vergangenheit Zukunft. Da innerhalb der Vergangenheit und der Zukunft Abstufungen bezeichnet werden, entstehen mehrere Zeiten; es sind folgende 10:

Gegenwart Präsens Présent.

Mitvergangenheit Imperfekt(um) Präteri- tum Imparfait.

Historisches Perfekt(tum) Passé déèfini.

(Einfache) Vergangenheit Perfekt(tum) Passé indéfini.

Vorvergangenheit 1. Plusquamperfekt(um) Plusqueparfait.

*) Deshalb habe ich Bedenken gegen ein Paradigma wie je fais, tu fais, il, elle fait. Das Subjekt zu fais heisst fast immer je(mit Ausnahme z. B. von c'est moi qui fais), zu fait giebt es unzählige Subjekte(Substantive); man müsste wenigstens on im Paradigma setzen, weil das unbestimmt ist.

2. Plusquamperfektcum) Passé antérieur.

Zukunft Präsens des Futur(um)s Futur (Simple).

Bedingungsform Konqditionaldis) Imper- fekt(um) des Futur(um)'s Conqditionnel*) présent.

Vorzukunft Perfekt(um) des Futur(um)s Futur passé.

Plusquamperfekt(um) des Futur(um)s Conqdi-

tionnel passé.

Je nachdem der Verbalinhalt als wirklich oder als nichtwirklich(mõglich, gewollt) hinge- stellt werden soll, treten diese Zeiten in ver- schiedenen Aussageweisen(Moden, Modes) auf. Es giebt deren drei(im weiteren Sinne fünf):

Wirklichkeits-(Gewissheits-) Form Indikativ Mode Indicatif.

Nichtwirklichkeits-(Môglichkeits-, Ungewiss- heits-) Form Konjunktiv Mode Sub- jonctif.

Befehlsform Imperativ Mode Impératif. Jede der aufgezählten 10 Zeiten tritt im

Indikativ auf, während der Konjunktiv nur in

vier Zeiten vorkommt, nämlich im

Présent Imparfait Passé(indéfini) Plusqueparfait.

Diese geringe Anzahl erklärt sich daraus, dass jede von diesen Zeiten die Konjunktiv- beziehung für mehrere Zeiten mit zum Ausdruck bringt: Der Subjonctif Présent gilt für Présent und Futur; des Imparfait für Imparfait, Passé défini, Conditionnel; des Passé für Passé indéfini und Futur passé; des Plusqueparfait für Plusque- parfait, Passé antérieur und Conditionnel passé.

Anmerkung: Das Plusqueparfait des Subjonctif steht auch an Stelle des Conditionnel passé.

Der Imperativ kann naturgemäss nur auf das Präsens Anwendung finden. Es kommt ihm eigentlich nur eine Person, die zweite, zu,

*) Aus praktischen Gründen werden Conditionnel présent und Conditionnel passé unter den Zeiten aufgezählt, wenn es auch ihrer Bedeutung mehr entspricht, sie zu den Aussage- weisen(Moden) zu rechnen, wie es in französischen Grammatiken geschieht.