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zu machen, ihn durch sorgfältige und allseitige Erwügung zu lösen, läszt sich wieder einmal an den Angriffen, die neuerdings einzelne Stellen des Brutus erfahren haben, recht deutlich
nachweisen:
7d.
Zunächst gehört hierher Brut. 5, 19. Schon Schütz hatte an den Worten ut scribas ali- quid— quidnam id esl? inquam Anstosz genommen. Hierin stimmt ihm nun jetzt wieder Campe*) bei, der eben diese Worte als in den Text nicht gehörig getilgt wiszen will. Vorerst hätte vor diesem Tilgungsversuch doch wol die Erwägung warnen sollen, dasz die vermeintliche In- terpolation an sich in formeller Beziehung so gut geraten ist, wie es sich von einem Interpo- lator schwerlich erwarten läszt. Weiter durfte doch auch nicht übersehen werden, dasz durch Streichung der Worte die Concinnität des Ausdrucks empfindlich gestört wird. Oben heiszt es dlague— quod huic debes ego a le peto, worauf dann nach der Frage quidnam id? fortgefahren wird ut scribus aliquid, unten aber steht eæpone nobis quod quaerimus und dann folgt nach der Frage quidnam est id? weiter quod mihi nuper inchoapisti. Werden nun die Worte von ut seribas bis inquam gestrichen, so lautet nun die Stelle: itaque ego— a te pelto. Ouid- nam(est) id? inguam. Ouod mihi nuper inchoaristi. So aber würde sich Cicero schwer- lich ausgedrückt haben; zu peto gehört ut scribas, zu eæ pone dagegen quod inchoaristi. Sehen wir indes davon ab: der Hauptgrund für die Echtheit der Worte liegt darin, dasz bei dem Wegfall derselben die sinnreiche Anlage der ganzen Stelle in einem wesentlichen Theile zerstört wird. Atticus hatte sein Geschichtswerk liber annalis*x) seinem Freund Cicero gewid- met*e*n)(wie uns die angefochtene Stelle zeigt, als eine Art Erkenntlichkeitsbeweis für die Anregung, die er Ciceros Schrift de republica verdankte). Für Cicero lag darin eine Mahnung, seinem Freund Atticus ein entsprechendes Gegengeschenk zu machen. †) Nun wiszen wir aber. dasz zu den literarischen Stoffen, denen Cicero in dieser Zeit wiszenschaftlicher Musze im J. 46 seine Aufmerksamkeit wieder zuwendete, im Anschlusz an die Bücher de republica staats- rechtliche Gegenstände gehörten, † †) mit einem Worte, dasz er an seinem Werke de legibus arbeitete. Eben diese libri de legibus läszt er aber seinen Freund Atticus als notwendige Fort-
*) Beiträge zur Kritik etc. S. 10.
**) Corn. Nep. vit. Att. c. 18. Cic. Or. 34, 128.
***) Brut. 3, 13 an mihi potuit esse aut gratior ulla salutatio aut ad hoc tempus aptior quam illius libri, q uo me hic affatus qunasi iacentem excitavit? †) Brut. 4, 15.
†r) ad Fam. IX 2, 5(an Varro aus dem J. 46) modo nobis stet illud, una vivere in studiis nostris, a qui- bus antea delectationem modo petebamus, nunc vero etiam salutem; non deesse, si quis adhibere volet,— si nemo utetur opera, tamen et scribere et legere œeεlag, et si minus in curia atque in foro, at in litteris et libris, ut doctissimi veteres fecerunt, navare rempublicam et de mo-
ribus ac legibus quaerere.


