Druckschrift 
2 (1862)
Entstehung
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und zuletzt tecum diæxi! nur die einfache Erwähnung der Thatsache das Ende greift in den Anfang(dicere solebal) zurück; ein bedeutsamer Wink, dasz das glänzende Gestirn seinem Untergange nahe war. Darnach wird der Text so zu verbeszern sein:1) es ist zu lesen ma- gis iam valeba! mit Ausscheidung von etiam; 2) hinter vigebat ist viro ausgefallen, ge- rade wie 20, 80 Catone viro steht und dann rivo Calone folgt: 3) et cum vor Phalippo ist aus et ut verderbt, und 4) aus fuit et ist das ursprüngliche fuit ita et wieder herzustellen.

Doch noch an einem andern Punkt bedarf die Stelle der Emendation. Mit Recht macht Kayser darauf aufmerksam, dasz man hinter den Worten me adulescentem naclus noch eine- here Bestimmung erwartet. Das Wort aber, das er zur Ergänzung eben dieser Bestimmung in den Text gesetzt haben will, aemulunm, ist viel zu stark: Cicero konnte diesz von sich als adulescens sicher nicht prädicieren. Es ist vielmehr in stadio ausgefallen, was wegen des sehr ähnlichen, gleich folgenden in studio sehr leicht geschehen konnte. Dem entspricht denn genau das, was Cicero Brut. 90, 307 sagt: haec idcirco a me proferuntur, ut nostrum cursum perspicere possis et videre, quem ad modum simus in spalio O. ffortensium ipsites vesligits persecuti. Vielleicht ist auch mit der Gegenüberstellung von stadio und sfudio ein Wortspiel beabsichtigt, wie dergleichen Cicero so gern anbringt, z. B. Brul. 79, 273 von Cälius: hic cum summa voluntale bonorum dedilis curulis factus esset, nescio quo modo dis cessu meo discessi!

a sese ceciditoue, posteaquam eos imitari coepit, quos ipse perrerlerat.

Leichter ist die Emendation, wenn sich dieselbe auf ein übliches compendium sciplurae stützen kann. So Brut. 91, 315 Post a me Asia tola peragrala est cum summis quidem orulori- bus, quibuscum ewercebar ipsis lubenlibus. Mit Recht haben Jahn und Kayser an der Stelle, wie sie dasteht, Anstosz genommen. Die handschriftliche Lesart ist jedenfalls unrichtig, denn Cicero ist ja bekanntlich nicht in Begleitung der berühmtesten griechischen Redner durch Asien gereist, sondern hat diese nur überall aufgesucht. Daher schlug Kayser vor, hinter est einzu- schieben fuique. Leichter und beszer aber scheint es anzunehmen, dasz hinter oratoribus ur- sprünglich usus sum und zuvor et hinter es! gestanden hat. Der Ausdruck usus stem vom Verkehr mit den bedeutendsten damaligen Rednern in Asien paszt sehr gut; der Ausfall beider Worte aber erklürt sich schr leicht: der Ausfall von et hinter est ist sehr gewöhnlich; zu dem Ausfall von usus sunn aber hinter oraforibus gab das übliche compendium scrinturae die Veran- laszung, wonach hier die Worte so geschrieben wurden ORATORIBVSVSSVM. Das in den Handschriften stehende cum endlich, das nicht in den Text gehört, ist aus der ersten Silbe des folgenden Wortes SVMMIS entstanden.