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1 (1891) 1841 - 1866
Entstehung
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Es hatte also die untere Abteilung im Sommer 25'/, St., im Winter 24 St.; die obere Ab- teilung hatte im Sommer 26, St., im Winter 25 St. Die Katholiken beider Abteilungen hatten 2, beziehungsweise 1 Stunde weniger.

Im Anfange der sechziger Jahre nahm der Besuch der 4 Realklassen immer mehr ab. Auch die Zahl der Humanisten verminderte sich von 1859 an so sehr, dass sie in 2 Abteilungen von einem Lehrer unterrichtet wurden. Erst für 1866/67 waren wieder 3 Abteilungen zu erwarten. Sowohl das Grossh. Kreisamt als auch der Stadtrat machten diesen Rückgang im Besuche zum Gegenstande eingehender Erörterungen. Aus der Mitte des Stadtrates sollte ein Referent zur gründlichen Prüfung der Angelegenheit ernannt werden.

Es darf wohl angenommen werden, dass die Entstehung von Privatlehranstalten in mehre- ren Orten innerhalb und ausserhalb des Kreises zur Verminderung der damaligen Schülerzahl we- sentlich beigetragen hat. Sicher ist, dass nicht mangelhafte Leistungen die Abnahme im Schüler- bestand verursacht hatten. Denn noch die am 3. und 4. Februar 1860 durch die Herren Oberstu- dienrat Dr. Wagner und Reallehrer Dr. Fischer aus Darmstadt vorgenommene Visitation der Schule hatte neben kleineren Anständen, wie sie wohl jede Inspektion im Gefolge haben dürfte, recht gün- stige Ergebnisse geliefert. In einer an die Grossh. Direktion der Realschule am 16. Februar 1860 erlassenen Verfügung äussert sich Grossh. Oberstudiendirektion in folgenden anerkennenden Worten: Aus den Berichten unsrer mit der Visitation der Realschule zu Alzey beauftragten Kommission haben wir mit Befriedigung ersehen, dass sämtliche Lehrer der Schule mit voller Pflichttreue und regem Eifer ihrem Amte obliegen und infolgedessen der Zustand der Schule im allgemeinen und in den meisten Fächern ein erfreulicher ist. Wir finden uns hierdurch veranlasst, den sämtlichen Lehrern, welche die Visitation berührt hat, unsere Anerkennung und das Vertrauen hiermit auszu- sprechen, dass sie fortfahren werden, den Geist guter Zucht und Sitte, wissenschaftlichen Fleisses und edler Gesinnung zu nähren und zu erhalten.

In fast allen Programmen der Anstalt wird darüber Klage geführt, dass die vom Lande kommenden Schüler meistenteils in einem allzu vorgerückten Lebensalter zur Aufnahme sich mel- deten und dann von ihren Eltern wieder zurückgenommen wurden, ehe sie die Schule noch zur Hälfte durchlaufen hatten. Andrerseits traten auch viele einheimische Schüler nach geschehener Konfirmation aus, ohne einen Abschluss in ihren realistischen Kenntnissen erreicht zu haben. Eine derartige, nicht verständige Benutzung musste aber mit der Zeit auch den guten Ruf der Anstalt in Beziehung auf ihre Leistungsfähigkeit selbst gefährden und den Besuch derselben ungünstig be- einflussen.

Abgesehen davon, dass der stärkere oder schwächere Besuch einer Anstalt keinen Massstab zur Beurteilung ihrer Leistungen abgeben kann, so wiesen andere kleine Realschulen der damaligen Zeit ähnliche Schwankungen im Besuche auf. Zur Erklärung derartiger Erscheinungen werden dann immer zunächst aus den lokalen Verhältnissen Gründe herangezogen und mit mehr oder weniger jokaler Färbung erörtert. Aber weder in dem verspäteten Eintritt und verfrühten Austritt vieler Schüler, überhaupt nicht in Gründen lokaler und persönlicher Art kann eine Erklärung der ver- minderten Frequenz gesucht werden.

Der Hauptgrund zur Erklärung des Umstandes, dass die kleineren Realschulen sich nicht desjenigen Besuches erfreuten, den man bei ihrer Gründung erwartet hatte, liegt im allgemeinen in der Stellung, die diese Anstalten im grossen Ganzen des Schulorganismus einnahmen. Sie waren Kinder der neueren Zeit,noch junge Schöpfungen, die wie alles Neue mit den mannigfachsten Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und neben den ‚Jahrhunderte lang gepflegten Gymnasien ein vielfach umstrittenes Dasein führten. Man hatte ihnen ihren lokalen Charakter belassen; sie waren

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