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1 (1891) 1841 - 1866
Entstehung
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doch immer nur wenige Schüler am humanistischen Unterricht sich beteiligt; mehrere Söhne Alzeyer Beamten seien während ihrer Universitätsstudien und sogar nach Beendigung derselben zu techni- schen, gewerblichen und kaufmännischen Berufsarten übergetreten. Es seien schon heute unbemittelte Accessisten bis zum Überfluss vorhanden. Eine weitere Belastung der Stadtkasse durch das Pro- gymnasium erscheine daher ganz nutzlos.

Dieses Gesuch wurde der Grossh. Direktion der Realschule am 13. Juli 1855 zur gutacht- lichen Ausserung überwiesen, und am 29. Juli 1855 die in demselben für die Aufhebung des Pro- gymnasiums angegebenen Gründe in folgender Weise widerlegt.

Erst am 9. Februar 1853 habe der. Bürgermeister der Stadt Alzey in einer Sitzung der Lokalkommission auf das Nachdrücklichste dagegen Verwahrung eingelegt, dass die Anstalt hin- sichtlich ihrer humanistischen Tendenz geringer gestellt werde,weil dadurch die Eltern genötigt würden, ihre den höheren. Studien gewidmeten Kinder schon in frühem Alter auf ein Gymnasium

geben zu müssen. Die Schule sei seit 1841 von 321 Schülern besucht worden, wovon 85 also über ein Viertel der studierenden Abteilung. angehört hätten.. Dass sich manche früheren Schüler

der humanistischen Abteilung auf Wunsch ihrer Eltern dem Kaufmanns- oder Gewerbestande zuge- wandt hätten, könne keinen Grund zur Aufhebung des Progymnasiums abgeben; dieselbe Erschei-

nung zeige sich auch auf den Gymnasien.Das Studium des klassischen Altertums das Ideelle im Leben kann und darf niemals mit Rücksicht auf. materielle Vorteile behandelt oder gar ein-

gerichtet, werden. Ein Volk darf nur dann auf den Ruhm der Bildung Anspruch machen, wenn es jedes freie. und uneigennützige Streben nach dem Vortrefflichen,. weil es vortrefflich, nach, dem Schönen, weil es schön ist, nicht nur achtet, sondern es vorzugsweise im Gegensatz zu eigennütziger Betriebsamkeit für menschlich und edel hält. Er weist ferner darauf. hin, dass auch einzelne Gymnasien nur ganz wenige Abiturienten entliessen, ohne dass man deswegen daran denke, diese Anstalten eingehen zu lassen. Auch in der oberen Klasse der realistischen Abteilung seien oft nur wenige Schüler, da viele schon aus den mittleren Klassen der. Anstalt in das Geschäftsleben über- gingen. Wolle man deswegen auch die Realschule aufgehoben haben?-Das Progymnasium sei für die Bewohner der Stadt und ihrer Umgebung eine wahre Wohlthat, und es-sei sehr wünschens- wert, wenn die städtischen Behörden der Anstalt mit Vertrauen entgegenkämen, anstatt an ihrem Bestande zu rütteln. Auch erwachse der Stadt aus der Aufhebung des Progymnasiums nur ein sehr geringer pekuniärer Vorteil, der nicht im Verhältnis stehe zu dem Nachteile, wenn die Anstalt ihreshumanistischen Schmuckes entkleidet würde.

Es scheint, dass der Stadtrat, durch die sachgemässe Darstellung des Direktors Dr. Winter- stein eines Besseren ‚belehrt, von dem weiteren Betreiben der fraglichen Angelegenheit selbst Ab- stand nahm. Wenigstens trat im Fortbestand des Progymnasiums keine Anderung ein.

Etwa anderthalb Jahre später beschäftigte die Verwirklichung eines anderen Planes, der bereits vielfach im Publikum und auch in der Presse erörtert worden war, die Behörden der Stadt und die dabei interessierten Kreise. Am 22. November 1856 stellte Herr Advokat-Anwalt Weber in einer Sitzung des Bezirksrates den Antrag,der Bezirksrat möge im vorzüglichen Interesse des Kreises Alzey der Staatsregierung den Wunsch aussprechen, dass die in Alzey bestehende Real- schule durch eine sogenannte technische Klasse für Gewerb- und Ackerbautreibende vermehrt werde, welche vorzugsweise die Aufgabe zu lösen habe, bereits erworbene allgemeine Kenntnisse auf die Geschäfte des künftigen Berufes anzuwenden und die zu diesem besonderen Berufe etwa besonders erforderlichen Vorkenntnisse und deren praktische Anwendung zu lehren. Die hieraus erwachsen- den Kosten aber seien, insoweit möglich, durch Beiträge der einzelnen Gemeinden des Kreises Alzey zu decken.