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Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 27. März 1883 wurde derselbe dem Realgymnasium zur Ableistung seines Probejahrs zugewiesen.
Ulrici, Albert, geboren den 3. Mai 1848 zu Kirchsteitz bei Zeitz, Prov. Sachsen, evangelisch-lutherischer Konfession, Sohn des Gutsbesitzers Ulrici, besuchte bis Ostern 1872 das Gymnasium, und zwar zu Zeitz und dann zu Schleusingen, studierte in Halle zuerst Rechtswissenschaft, dann Geschichte, Geographie und alte Sprachen, wurde im August 1875 zum Doktor der Philosophie promoviert und bestand die Prüfung pro facultate docendi am 28. Januar 1877. Sein Probejahr absolvierte er von Ostern 1876— 77 an dem jetzigen Realprogymnasium zu Eilenburg, woselbst er als wissenschaft- licher Hilfslehrer bis Ostern 1878 blieb, dann trat er als ordentlicher Lehrer an der Realschule zu Hanau ein und ging am 1. August 1883 an das Realgymnasium zu Cassel, zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer, über, bis im Januar d. J. seine definitive Anstellung erfolgte.
Hildebrand, Hugo, geboren am 30. November 1856 zu Leipzig, evangelischer Konfession, Sohn des Professors Hildebrand zu Leipzig, absolvierte Ostern 1876 das Gymnasium zu St. Thomae seiner Vaterstadt, studierte in Leipzig, Bonn und Halle hauptsächlich alte Sprachen, Deutsch und Philosophie, bestand im Dezember 1880 das höhere Schulamtsexamen, genügte von Ostern 1881 bis 1882 seiner Militärpflicht, war sodann bis Ostern 1883 als candidatus probandaus am Köngl. Gymnasium zu Leipzig und bestand im Februar desselben Jahres nach Einreichung einer Disser- tation über Aristoteles' Stellung zum Determinismus und Indeterminismus das philosophische Doktorexamen daselbst. Von Ostern bis Herbst 1883 war er Hauslehrer in Chemnitz. Der hiesigen Anstalt gehört er seit Michaelis 1883 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an.
Lautz, Ferdinand, geboren den 22. September 1858 zu Wiesbaden, evangelischer Konfession, Sohn des Geheimen Regierungsrates Lautz, pesuchte das Gymnasium und dann, bis Ostern 1878, das Realgymnasium zu Wiesbaden, studierte in Göttingen und Strassburg Mathematik und Naturwissenschaften, indem er in Strassburg zugleich seiner Militärpflicht genügte, bestand am 10. Februar 1883 in Göttingen das examen pro facultate docendi und wurde durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schul- kollegiums vom 7. August 1883 dem Realgymnasium zur Ableistung seines Probejahres zugewiesen.
Das Schuljahr 1883— 84 bot besonders in seinem ersten Teil mancherlei Schwierigkeiten. Da die Einführung des neuen Direktors erst am 21. Juni erfolgen konnte, musste bis dahin Herr Prorektor Heuser neben seiner Lehrthätigkeit, von der ihm die Unterstützung des Kollegen Dr. Grebel wie im vorhergehenden Schuljahr doch nur einige Stunden abnehmen konnte, den grössten Teil der Direktor- geschäfte weiterbesorgen. Es sei ihm hier, ebenso wie Herrn O.L. Grebe, noch einmal der Dank aus- gesprochen für alle die Mühe und Sorge, welche beide Kollegen dieser Thätigkeit zugewendet haben. Ferner zwang die Vakanz einer Lehrerstelle bis zum 1. August zur Anwendung verschiedener Aus- kunftsmittel. In Sexta b unterrichtete O.L. Dr. Siebert wöchentlich 3 St. Deutsch; die Geschichts- stunde in dieser Klasse musste von vornherein der Proband Davin geben. Dr. Wittich über- nahm zu den 10 Stunden, die er als Direktor zu geben gedachte, 8 St. Latein in VIb, 2 St. Religion in II, 2b, 2 in III, l1a. Von den drei deutschen Stunden in II, 2b gab er anfangs wöchentlich zwei, Proband Davin eine, von den deutschen Stunden in III, la konnte er eine selbst geben, zwei über- trug er dem Probanden Siebert. Nach und nach wurden dann die beiden jungen Lehrer stärker heran- gezogen, sodass dem Unterzeichneten die Möglichkeit wurde Herrn Prorektor Heuser immer mehr


