Druckschrift 
1 (1884)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dass ihnen die Möglichkeit im Sommer und Winter zu turnen durch brauchbare Hallen geboten werde und dass sie wöchentlich mindestens zwei Stunden in der Weise erhielten, dass höchstens 40 50 Schüler in einer Abteilung vereinigt seien; dass 3) die sanitären Verhältnisse sorgfältige Berücksichtigung fänden, u. a. durch Zuführung guter Luft in die Turnhallen und Niederhaltung des Staubes.

6. Oktober 1883. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium übersendet Abschrift eines Ministerial- erlasses vom 2. Oktober, durch welchen die Ostern stattgefundene Errichtung einer dritten Sexta nachträglich genehmigt wird, mit der Beschränkung jedoch, dass Ostern 1884 eine dritte Sexta nicht wieder eingerichtet werden dürfe, vielmehr bei grösserem Andrang von Schülern die Er- richtung einer neuen realistischen höheren Lehranstalt in Erwägung zu nehmen sei.

13. Oktoher 1883. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium giebt einen Auszug aus dem Bericht des Professor Dr. Euler über seine Revision des Turnbetriebs an den höheren Schulen der Provinz; es empfiehlt den Direktoren thunlichste Berücksichtigung der auch schon in den obengenannten Ministerialerlassen ausgesprochenen Forderungen, es hebt hervor, wie es vielfach auch darauf ankomme, bei der Jugend den turnerischen Sinn zu beleben sowie den Eltern und den Schul- patronen die Bedeutung des Turnens für die Entwickelung unserer Jugend klarzumachen. Der Bericht von Professor Euler empfehle besonders noch die bessere Benutzung eines gut mit Geräten auszustattenden Turnplatzes, die Anwendung von Turnkleidern, das Turnen in nicht über 50 gehenden Abteilungen, nach verständiger Gliederung der Ubungen, das ausserhalb der Stunden zu befördernde freiwillige Turnen, Turnfahrten und Turnfeste; bei unserer Anstalt hebt der Bericht als besonderen-Mangel das Nichtvorhandensein einer eigenen Turnhalle hervor, einen Fehler, dessen Beseitigung wohl in ebenso sicherer Aussicht steht, wie bereits der Forderung entsprochen werden soll, dass mindestens der Schulhof zum Turnplatz eingerichtet werde.

3. Dezember 1883. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium macht darauf aufmerksam, wie wichtig für die Gesundheit der Schüler die Form der Schulbänke und die Art ihrer Aufstellung in den Klassen ist; auch empfiehlt es Einrichtungen zur Aufnahme der Kopfbedeckungen, Überzieher und Regenschirme auf den Gängen zu treffen.

14. Dezember 1883. Das Kuratorium teilt mit, dass die städtischen Behörden die Einrichtung einer Vorturnerstunde bewilligt haben.

21. Dezember 1883. Das Kuratorium übersendet eine Mitteilung des Königlichen Provinzial-Schul- kollegiums, dass Dr. Schantz durch Erlass vom 4. Dezember zum Oberlehrer ernannt ist.

7. Februar 1884. Das Kuratorium übersendet die unterm 31. Januar 1883 bestätigte Bestallungs- urkunde für Dr. Ulrici.

13. Februar 1884. Das Kuratorium teilt mit, dass nach einer Verfügung der Königlichen Regierung vom 4. August 1873 nur die Kinder derjenigen auswärts wohnenden Eltern bezüglich des Schul- geldes als Einheimische zu behandeln sind, welche persönliche, d. h. solche Gemeindeabgaben zur hiesigen Stadtkasse entrichten, deren Veranlagung als Zuschläge zu Klassen- oder klassifizierter Linkommensteuer erfolgt ist. Die erste Feststellung der Frage, ob»auswärtig« oder»einheimisch« wird daher in Zukunft durch den Schulgelderheber erfolgen.

Das Königliche Provinzialschulkollegium teilt mit, dass die Einführung des Lehrbuchs des Lateinischen von Wittich genehmigt ist.