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sondern auch der jener Studien dienen. Sie werden vielseitiger, gründlicher werden, wenn sie auch mehr von der Seite aufgefasst werden, in der der Charakter des Realgymnasiums sich ausprägt. Das ist keine Anstalt, die im Gegensatz zu den idealen Zielen einer anderen Schule ihren Namen trägt, sondern mit diesem besonderen Namen wird nur der besondere Weg gekennzeichnet, den sie geht nach demselben hohen Ziele hin wie das klassische Gymnasium. Auch sie schliesst mit ihrem Gange noch nicht die Zulässigkeit anderer Pfade ab, die zu demselben Ziele führen können. Es lässt sich auf die Möglichkeit der Erreichung allgemeiner Bildung dasselbe Bild anwenden, das unser Schiller von den Künsten gebraucht, deren jede von der anderen verschieden ist und doch demselben Zweck dient, in der Schönheit die Wahrheit zur Anschauung zu bringen. Er vergleicht sie mit den sieben Regenbogen- strahlen, in denen dasselbe Licht gebrochen so ganz verschieden sich darstellt und aus denen, wo sie im Prisma wieder zusammenlaufen, doch das eine weisse Licht entsteht. So können auch mancherlei Wege hinführen zu dem Ziel höherer allgemeiner Bildung, von denen wir zwei bis jetzt als die zuver- lässigsten erkannt haben, die der beiden Gymnasien. Während das eine hauptsächlich die Sprachen, und zwar in erster Linie die altklassischen Sprachen, als Mittel zur Schärfung des Geistes benutzt, legt das andere neben den Sprachen, deren eine nur dem Altertum angehört, noch ein wesentliches Gewicht auf die realen Wissenschaften. Hat sich durch die neuen Lehrpläne vom 31. März v. J. auch die Zahl der Unterrichtsstunden in Mathematik und Naturwissenschaften um ein Geringes ver- ändert— es sind 4 naturwissenschaftliche und 3 Mathematikstunden weniger und 8 sprachliche Stunden mehr geworden— so ist der Grundcharakter unserer Anstalt doch derselbe geblieben. Der Zuwachs an Lateinstunden aber, den wir bekommen haben, wird sicherlich von der segensreichsten Wirkung sein. Denn nicht nur wird nunmehr durch Verstärkung der Lektüre in den oberen Klassen viel eher die Möglichkeit geboten sein unsere Schüler durch die alten Schriftsteller selbst mit dem Altertum näher bekannt zu machen, es wird nicht nur ein festerer Mittelpunkt für den sprachlichen, namentlich den fremdsprachlichen Unterricht gewonnen sein, sondern es wird auch— und das sehe ich als den grössten Vorteil an— das früher hier und da an den Realschulen geltende Vorurteil schwinden, als dürfe man an ihnen das Latein oberflächlich behandeln. Mit der für das Latein geforderten Gründlichkeit ist aber auch dieselbe Forderung für andere Lehrgegenstände gestellt, wie umgekehrt die früher öfters gestattete oder gutgeheissene Oberflächlichkeit auch zur Oberflächlichkeit in anderen Disziplinen führen konnte und oft führte. Daneben bleibt die Möglichkeit durch den naturwissenschaftlichen Unterricht früh und stetig die Sinne, das Beobachtungsvermögen neben dem Verstande, dem Denkvermögen, zu üben und so für manche praktische oder wissenschaftliche Berufsarten neben der gleichen Schulung des Geistes eine geeignetere Grundlage von Fähigkeiten und Kenntnissen zu geben, als sie das humanistische Gymnasium zu geben vermag. Je mehr wir Lehrer uns die Gründlichkeit des Unterrichts zur Aufgabe machen, je mehr ihr Schüler euch bemüht mit Gründlichkeit die euch gestellten Aufgaben zur Aus- führung zu bringen, um so eher werden wir den Beweis unwiderleglich liefern, dass wir in nichts hinter der älteren Schwesteranstalt zurückstehen, dass wir ihr ebenbürtig sind; um so tüchtigere Bürger werden dem Staate, um so aufrichtigere Anhänger der Kirche, um so nützlichere Glieder der menschlichen Gesellschaft zugeführt werden.
Hierzu das Meine nach Kräften in meinem Amte beizutragen ist mein fester Vorsatz, dem Gott der Herr seinen Segen verleihen möge!
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