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1 (1884)
Entstehung
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worden, während von dem andern wenigstens die Kirche sich noch erhalten hat, in deren untersten Räumen noch in den 20 ziger Jahren Gottesdienst gehalten wurde. ²⁷)

Überhaupt gab es zur Zeit der Römer hier viel mehr Marschland, weil Jade und Dollart noch nicht vorhanden, die heutigen Watten aber damals nur Kanäle von geringer Breite waren. 1⁵)

stlich von Wangeroog sollen noch mehrere Inseln gelegen haben. Plinius zählte ja, wie wir bereits oben sahen, von Texel bis zur Eider 32, und jetzt findet man, Neuwerk und Helgoland mit einbegriffen, nur 16.

Helgoland aber selbst hat von den Fluten am meisten gelitten. Die Insel, die an ihrem Fusse aus Buntsandstein, an ihren oberen Teilen aus abwechselnden Schichten eines verhärteten Thones und eines weichen Sandsteines besteht, früher von weitausgedehnten Kreidebildungen umgeben war, zeigt in ihrem ganzen Umfange 60 m hohe Steilwände, die andem Fusse von den Wogen zernagt und zerrissen werden.

Schon um das Jahr 800 soll ein grosser Teil derselben vom Meere verschlungen worden sein.*) Weitere Abreissungen in den Jahren 1300, 1500 und 1649 haben fast nur einen Felsen und weniges niedriges, mit Dünen bedecktes Land, etwa den vierten Teil der Grösse, welche die Insel vor dem 14. Jahrhundert hatte, übrig gelassen. Clarke hat eine Karte bekannt gemacht, die die Gestalt der Insel im 9., 14. und 17. Jahrhundert zeigt. Zwei vortreffliche Häfen, welche der Insel eine grosse, strategische Wichtigkeit verliehen, öffneten sich noch gegen Ende des 17. Jahrhunderts im Norden und Süden zwischen den beiden Felsenmassen. Seit 1770 hat sich auch zwischen dem niedrigen und dem hohen felsigen Teile der Insel ein Strom hindurchgearbeitet und aus einer zwei Inseln gemacht. An Stelle der Steilwände sind einige Dünen und in der Ebbezeit trockenliegende Sandbänke getreten. Die Häfen sind nicht mehr vorhanden, und die grössten Kriegsschiffe segeln dort, wo noch vor andert- halb Jahrhunderten der Isthmus die Inseln verband. Wer vermöchte heute überhaupt in dem 2 km. langen und 600 m breiten Felsen von Helgoland das Land wiedererkennen, von dem Adam von Bremen ⁵o) im Jahre 1072 berichtet, dass es sehr fruchtbar, reich an Korn, Vieh und Geflügel, aber baumlos war, und dass es acht Milliaria in die Länge und vier in die Breite mass? Gegenwärtig sind einige Kartoffelfelder und ein paar magere Weiden die einzigen Überreste der ehemaligen Fruchtbarkeit.)

v. Hoff nun ist der Meinung, dass sämtliche Inseln einst eine zusammenhängende Dünen- reihe im Meere gleich den Nehrungen im baltischen Meere bildeten, in welcher sich nur den Mündungen der Ems und Weser gegenüber Öffnungen befanden. Oskar Peschel¹*²) hält sie für die Uberbleibsel des alten Küstenrandes von Deutschland gegen Norden. Er sagt:Dass die übriggebliebenen Inseln ehemals viel grösser waren, beweist unter anderem für Borkum der Fund von Brunnen und Urnen auf einer Aussenbank, sowie das unaufhaltsam fortschreitende Abzehren von Helgoland. Und dass sich Deutschland einst bis zur Insel Helgoland erstreckte, das beweist nach Peschel, dass auf den ost-

²¹) Reclus-Ule, Die Erde und die Erscheinungen ihrer Oberfläche, II. p. 124. Arends, Ostfriesland und Jever, II. p. 275.

1⁸) Arends, Ostfriesland und Jever, I. p. 52.

²⁹) v. Hoff, Natürliche Veränderungen der Erdoberfläche, I. p. 56 ff. NB. Ueber Helgolands Grösse ist mancherlei fabuliert worden, was einer gründlichen Untersuchung und Richtigstellung erst noch bedarf. Vieles ist durch K. W. M. Wiebel, Die Insel Helgoland, berichtigt worden.

8⁰) Adam Brem. de situ Daniae, IV. 3.

81) Reclus-Ule, Die Erde und die Erscheinungen ihrer Oberfläche, II. p. 121 ff.

) 0. Peschel, Neue Probleme der vergleichenden Erdkunde, p. 113.