20) Kaiser Heinrich IV und sein Zeitalter v. H. Floto, Band l und II;
21¹) Geschichte der deutschen Kaiserzeit von W. v. Giesebrecht, namentlich III Band und der kritische Apparat v. p. 1029— 1143;
22) Pabst Gregor VII und sein Zeitalter von A. Fr. Gfrörer, insbesondere Band VII;
23) Die Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegenkönig, von Dr. Oskar Grund, Leipzig 1870, für die Vorgänge in Oppenheim— Tribur beachtenswert;
24) Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, von W. Wattenbach, Berlin 1858;
25) Bibliotheca historica Medii Aevi, von August Potthast, Bd. I u. II, Berlin 1862;
26) Ueber die Glaubwürdigkeit Lamberts von Hersfeld, von Dr. H. Delbrück, Bonn 1873.
Erster Teil. I. Gregor's VII Wanl.
A. Das Wahldecret unter Nicolaus II und Gregors VII Wahl.
Es scheint mir nötig, dasz wir bei Berücksichtigung der Momente, welche dem eigent- lichen Streite zwischen Heinrich IV und dem Pabste vorangehen, zunächst mit der Wahl Gregors VII beginnen. Dieselbe fand am 22. April des Jahres 1073 statt. Hildebrand, aus Raovacum gebürtig, im Gebiete der toscanischen Stadt Soana ¹), erhielt seine Bildung früh- zeitig in Rom und zwar unter den Einflüszen von Cluny ²). Die kirchlich reformatorischen ldeen von Cluny waren es, welche ihn zur Ausbildung des Systems führten, an dessen Durchführung er die ganze Kraft seines Lebens setzte. Die Kirche war verweltlicht und durch die politischen und religiösen Wirren Italiens im 10. und 11. Jahrhundert tief gesunken. Aus diesem Falle muste sie sich wieder erheben. Die Initiative dazu gieng von Heinrich III aus, und nach dessen Tode gieng sie mit eigentümlicher Verschiebung des Schwerpunktes auf Hildebrand über. Es war bestimmt worden, dasz der Kaiser, welcher aus eigener Macht- vollkommenheit Päbste eingesetzt hatte, auf die Pabstwahl einen entscheidenden Einflusz haben sollte. Das Lateranconcil unter Nicolaus II vom 13. April 1059 ³) bestimmt Folgendes
Instructi praedecessorum nostrorum aliorumque sanctorum patrum auctoritate decernimus atque statuimus: ut, obeunte hujus romanae universalis ecclesiae pontifice, imprimis cardinales diligentissima simul consideratione tractent 4) salvo debito honore et reverentia filii nostri Heinrici, qui impraesentiarum rex habetur et futurus imperator Deo concedente speratur. Sicut jam sibi, mediante ejus nuntio Longobardie cancellario Wiberto, concessimus, et successors)
1) Giesebrecht III. p. 11 etc.; Greg. vita v. Petrus Pisanus, Watterich pontif. rom. vit. I p. 293: Gregorius, qui vocatur Ildebrandus, natione Tuscus, de oppido Raouaco ex patre Bonizo etc. Watterich in den Noten: Vix dubitandum quin hoc loco irrepserit corruptela, fortasse ex scriptura: Saouanen vel Souanen vel Souana, quod nomen(Sovana) eliamnunc est oppido in Tuscia meridionali sito. Ex voce Souanensis apud quosdam scriplores male ortum est Senensis.
2) Giesebrecht III p. 13. u. III Anmerk. p. 1080.— 3) Codex Udalrici No. 21. ed. Jaffé.
4) Codex Vatican. bei Watterich: tractantes.
5) Watterich nach d. Codex Vatican.: successorum illius; andere Lesart: successori. Hlugo v. Flavigny: successorum.
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