groszer Erfolge seiner inneren und äuszeren Politik gar nicht zu gedenken; aber die Hauptsache fehlte doch noch, nämlich die Befestigung der von ihm herbeigeführten Zustände, und diese war ein Werk der Zeit, diese war von einer längeren Regierungsdauer unzertrennlich. Da er nun so plôtzlich und frühzeitig starb, so darf man behaupten, dasz er nur einen Teil seiner Regierungsaufgabe hinter sich hatte, nämlich die Anbahnung neuer Zustände, keineswegs aber, dasz er die ganze Aufgabe erfüllt hatte, indem noch die Befestigung der von ihm herbeigeführten Politik fehlte. Dies letztere muste er als Erbteil einer Frau hinterlaszen, der, wenn sie auch noch so edel, einsichtsvoll und von unbescholtenem Character war, doch immnerhin der energische Wille des Mannes fehlte, die dem wilden, nach gewaltsamer Reaction drängenden Gebahren mächtiger Reichsvasallen nicht gewachsen war, und einem sechsjährigen Knaben, der, wenn auch reichlich von der Natur mit trefflichen Eigenschaften des Geistes und Herzens ausgestattet, doch erst der Erziehung und Bildung, der Jahre und eines im Sinne des Vaters zu ent- wickelnden Characters bedurfte, ehe nur von einer eigentlichen Nachfolge die Rede sein konnte. Und gerade ein rasches Betreten der väterlichen Bahn im Sinne des Vaters wäre doch zur Befestigung der neugeschaffenen Zustände unumgänglich nötig gewesep. Das Schicksal, 8o scheint es, war hart, indem es statt eines kräftigen Nachfolgers eine Regentin und einen sechs- jährigen Knaben folgen liesz. Doch auch hierin lagen die Wege einer höberen Vorsehung vorgezeichnet. Kluge Einsicht in die gegebenen Verhältnisse kann man den groszen Vasallen des Reichs, die vor Heinrich III gezittert hatten, nicht absprechen; sie erkannten klar die Lage der Dinge und verstanden sich dieselbe zu nutz zu machen. List und Gewalt raubten der hartbedrängten Mutter den zwölfjährigen Knaben zu St. Swibertswert, entwanden dadurch der Regentin mit dem Kinde auch die kaiserliche Gewalt und schufen eine neue Reichsregierung, ein vormundschaftliches Regiwent. War dieser Schritt ein zu billigender? Machten Gründe äuszerer oder innerer Natur ihn notwendig? Oder war er eine Verletzung der Treue gegen die kaiserliche Gewalt? Gieng er aus dem Streben hervor das Reich zu retten und die Wolfahrt Deutschlands zu schützen, oder war er ein revolutionärer Schritt zur Erlangung von Sonder- interessen, zur Begründung souveräner Einzelmacht auf Kosten des Reichs und der Gesammtheit? Diese Fragen drängen sich uns auf, und man ist es sich schuldig, sich dieselben zu beantworten, um eine Kritik über die groszen Vasallen des Reichs zu üben, wenn man sieht und hört, wie sie später dem Könige so reichliche Vorwürfe machen für das, was sich mit Notwendigkeit als die unvermeidliche Consequenz jener unheilvollen That herausstellt. Es ist sattsam bekannt und liegt nicht in meiner Aufgabe, auf die fehlerhafte Erziehung des jungen Königssohnes im einzelnen einzugehen; nur musz auf dieselbe hier hingewiesen werden, um ein richtiges Urteil über die späteren Handlungen des Königs zu gewinnen. Was Hanno von Cöln in guter Absicht nur in zu rigoröser ascetischer Weise erstrebte, verdarb Adalbert von Bremen reichlich durch seinen Antagonismus wider Hanno, durch seine laxen Grundsätze und selbstsüchtigen Berech- nungen. Das unglückliche Opfer dieser verkehrten Erziehung und Politik wurde der junge Königssohn, der spätere Regent von Deutschland. Wenn man erwägt, wie schwer es ist, sich aus den Feszeln verkehrter Prziehung und Bildung heraus zu winden und nach dem Abstreifen derselben aus sich selbst heraus ein Character zu werden, so wird man gewis Heinrich IV später milder zu beurteilen geneigt sein und die Schuld, die auf ihn gehäuft wurde, zum groszen Teil auf einer anderen Seite finden müszen. Dasz Heinrich später grosze Fehler begieng, wer
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