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1 (1885)
Entstehung
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Zum 1. Oktober wurde der ord. Lehrer Dr. Paulus zum Oberlehrer befördert, rückten die übrigen ordentlichen Lehrer um je zwei Stellen auf und wurde Hülfslehrer Paulus zum ördentlichen Lehrer ernannt.

Das Winterſemeſter und mit ihm das neue Herbſt⸗Schuljahr begann am 13. Oktober. Während des Winterſemeſters war die Oſter⸗Unter⸗Tertia in zwei parallele Cöten geteilt, ſodaß damit die Zahl der Klaſſen auf 21 geſtiegen war. Infolgedeſſen und infolge der Verſetzung des Lic. theol. Ortel wurde der Probe⸗ kandidat Dr. Brede als Hülfslehrer herangezogen und der Hülfslehrer Bleckmann von Marburg hierher berufen.

Dr. Rudolf Brede, geboren zu Sontra am 3. Januar 1858, ev. Konfeſſion, erhielt ſeine Gymnaſialbildung

im hieſigen Gymnaſium, ſtudierte in Marburg und Paris Philologie, beſtand in Marburg am 2. November 1882

das examen rigorosum zur Doktorpromotion und am 18. Januar 1884 die Lehramtsprüfung. Vom Herbſt 1882

an war er ein Jahr lang Lektor für franzöſiſche Sprache an der Univerſität Marburg.

Paul Bleckmann, geboren zu Düſſeldorf am 9. Auguſt 1856, ev. Konfeſſion, beſuchte die Gymnaſien zu Düſſeldorf und zu Hamm a. d. Lippe, ſtudierte in Marburg Philologie und Geſchichte und beſtand daſelbſt die Prüfung pro facultate docendi. Vom 1. Auguſt 1881 bis zum 30. September 1881, dann wieder vom 1. Oktober 1882 bis zum 31. Juli 1883 leiſtete er ſein Probejahr am Gymnaſium zu Marburg ab, war dann bis zum Herbſt 1883 an derſelben Anſtalt, hierauf am Gymnaſium zu Weilburg, endlich ſeit Oſtern 1884 am Gymnaſium zu Mar⸗ burg als Hülfslehrer beſchäftigt. Seit dem 13. Dezember 1883 iſt er Sekonde⸗Lieutenant der Reſerve des 83. In⸗ fanterie⸗Regiments.

Die herkömmliche gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahles wurde von den evangeliſchen Lehrern und Schülern am Sonntag, den 2. November in der St. Martinskirche begangen.

Während des größeren Teils des erſten Winterquartals war der Oberlehrer Dr. Paulus durch Krankheit verhindert, ſeine Dienſtgeſchäfte zu beſorgen, und mußte vertreten werden.

Die Chriſttagsferien dauerten vom 23. Dezember 1884 bis zum 6. Januar 1885. Am Tage vor dem Beginn dieſer Ferien wurde wie alljährlich eine Weihnachtsandacht gehalten. Nach Beendigung derſelben wies der Direktor die Schüler auf die Bedeutung der bevorſtehenden Grimmfeier hin. Schon früher hatten die Schüler ihr Intereſſe für dieſe Feier dadurch kundgegeben, daß ſie zur Errichtung eines Denkmals für die beiden berühmteſten Schüler des hieſigen Lyceums einen Beitrag von 173 Mark unter ſich geſammelt hatten.

Am 23. Januar fand in dem Turnſaale unter Leitung des Geſanglehrers Temme eine muüſikaliſche Abendunterhaltung ſtatt.

Die Entlaſſungsprüfung wurde in ihrem ſchriftlichen Teile vom 2. bis zum 6. Februar, in ihrem mündlichen Teile am 3. und 4. März unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Lahmeyer abgehalten.

IV. Statiſtiſche Mitteilungen. A. Religions⸗ und Heimatsverhältniſſe der Schule.

(Evang.] Kath. Diſſid. Juden Einheim. Ausw. Ausl. 1. Am Anfang des Sommerſemeſtees 32ſn bs i 15 2. Am Anfang des Winterſemeſters...596 11 35 515 135 16

Z. Am I. Februar 1885........ 3587 15(34 511 154 16