Novianius Mogetius Januarius Perpetuſus] Dſalmmalius Bodico Seglatius Statlutu]s Alt]jessaſt? Ji(us) Montanus Senecianius Plorſejntinus Martionius Fortio Cosstus Nerſti]lnus Nertinius Quintus Germanus Tbliae Isidorius Severus Qlaudius Eirm ſ[us] Giamonius Adiutor Justus Censorin ſi]
„Zu Ehren des Kaiserhauses haben(folgende 14) Fahnenträger wegen aller Steuerfreiheit, die ihnen von den Bewohnern der alten Siedelung von Kastel bewilligt worden ist, dem Mars, dem Genius und der Victoria (die auf dem Steine stehenden Bilder) gewidmet.“(Namen wie oben).
Diese Inschrift gehört zu den merkwürdigsten des Mainzer Museums und bedarf in verschiedenen Punkten noch der Aufhellung durch weitere Funde. Die vicani veteres, die wahrscheinlich auch noch auf einem anderen in Ober-Olm gefundenen Altare(Körber, Nachtr. III, 109) vorkommen, sind als vicani vici veteris zu verstehen, wie die wicani salutares(Nr. 33) die Be- wohner des vicus Salutis sind, und wie z. B. bei Plinius die Bewohner von Fabrateria velus Fabraterni veteres heissen. Daraus ergibt sich zunächst, dass zur Zeit unserer Inschrift vor den Mauern des Castrums zu Kastell zwei vici bestanden, denn der vicus vetus setzt einen vicus nowus voraus. Reste dieser Ansiedelung haben sich in der Richtung nach Wiesbaden und an der römischen Strasse nach Hofheim(j. Elisabethenstrasse) vorgefunden. Von den wecani veteres wird gesagt cousistentes Castelli Maltiacorum. Consistere bezeichnet nun die tatsächliche Dauer des Aufenthaltes von Personen an einem Ort im Gegensatz zur Gemeindeangehörigkeit. Bei einem vicus kann aber eigentlich überhaupt nur eine tatsächliche, keine rechtliche, Ortsangehörigkeit in Betracht kommen, sodass der Ausdruck vicani con- sistentes ungenau zu sein scheint. Er erklärt sich wohl daraus, dass unser Waffenplatz mit seinen bürgerlichen Ansiedelungen in rechtlicher Beziehung nicht zur civitas Mattiacorum gehörte, sondern dem Statthalter in Mainz unterstellt war. Da damals noch— später war es anders— die Mainzer Legion die Besatzung stellte, so errichteten natürlich die signiferi den zu Ehren der Kasteler gestifteten Altar im Mainzer Lager, aus dem er zweifellos stammt. So erklärt sich auch einigermassen die Anzahl der 14 Fahnenträger, denn das römische castrum von Kastel war viel zu klein, als dass es auch nur entfernt einen Truppenkörper gefasst hätte, der 14 Fahnenträger zühlte. In welcher näheren Beziehung die signiferi zu dem vichs standen und von welchen Abgaben an seine Kasse sie befreit waren, wird sich wohl nicht sagen lassen. Immerhin ersieht man aus der Inschrift, dass auch die politisch unselbständigen vici örtliche Steuern erheben konnten.
Z. 1 a. A. war die Praeposition IN mit dem folgenden H verbunden; die Praepositionen lehnen sich so eng an das folgende Wort, dass sie mit ihm fast ein einziges bilden(siehe auch Z. 3; ausnahmsweise anders ist es bei Nr. 1 dieses Katal.). Mars und Victoria gehören zu den dii militares, an Stelle des dritten, Juppiters, ist der Genius(signiferorum) genannt, dessen Statuette auf dem Sockel ebenso in der Mitte stand, wie sein Name in der Inschrift. Diese stammt aus der schola,(dem Dienstraum, später dem Heiligtum) der signiferi, wie sich daraus ergibt, dass diese nicht näher bezeichnet sind; sie werden der 22. Legion angehört haben. In ihrer schola wurde ihr genius als Hauptgott verehrt.— Z. 3 eis auf das Subjekt be- zogen statt sibi erklärt sich vielleicht dadurch, dass es aus dem Dekret, worauf man sich stützt, herübergenommen ist.
Sehr merkwürdig sind die Namen, die vielfach keltischen Stammes sind, wie gleich das erste Cognomen(Z. 4 a. E.) Mogetius. Eine MWogetia


