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flächen des Steines sind verziert. Die linke ist mit Blätter- werk ausgefüllt, die rechte scheint unseren Altar in der Vorder- ansicht mit einem auf dem Opferteller liegenden Fische dar- zustellen.
Forlunae reg(inae) duci(a)eternae(?) coh(ortis) II pr(aetoriae) p(iae) v(indicis) HMaximinianae curaſm] agent(ibus) ſcenturionibus] coh(ortis) s(upra) s(eriptae) mil(itum) Blrit(onum)][e]lt[Osrhobn]jolr(um)].......... aralm dica]vit[de su]jo pro ſsjalute eorum.
„Der Königin Fortuna, der ewigen Führerin der zweiten Prätorianer- Kohorte, der pflichttreuen, rächenden, Maximinianischen hat..... aus seinem Vermõgen für ihr(der Soldaten) Wohl diesen Altar geweiht, indem die Centurionen der oben genannten Kohorte, Befehlshaber der Britonen und Osrhoëner dafür Sorge trugen.“
Der Altar ist ausserordentlich schlecht erhalten; wahrscheinlich ist die ganze Inschrift, nicht nur der Kaisername Z. 3 und der Name des Truppenteiles Z. 6, absichtlich zerstört, vielleicht weil man sie wegen des scheinbar christlichen Symbols auf der rechten Seitenfläche in einer Kirche aufstellen wollte. Erst Zangemeister und v. Domaszewski haben sie ihrem Hauptinhalte nach entziffert, doch ist die Lesung noch an manchen Stellen sehr unsicher, da es vielfach gar nicht festzustellen ist, ob ein Strich der ursprünglichen Inschrift angehört oder erst zu ihrer Zerstörung eingehauen wurde. Darnach ist auch die Abbildung zu beurteilen.— Z. 2 vermutete Zange-
meister MARINAE und in der Tat scheint an zweiter Stelle ein sehr deut- liches A zu stehen(s. d. Abb.); dennoch könnte der Schein hier trügen, wenigstens glaube ich auf der unteren Zeile genau in der Mitte des frag- lichen A einen Apex zu sehen, der zu einem E gehört haben kann, und da aeternus ein häufiges Beiwort orientalischer Gottheiten ist, auf eine solche aber der auf der rechten Seitenfläche dargestellte Fisch als mystisches Symbol hinzudeuten scheint, so habe ich oben v. Domaszewskis Lesung (a)eternae vorgezogen.— Z. 2 ff. ist eine Kohorte der Leibwache des Kaisers Maximinus(Thrax) genannt.— Z. 5 a. A. lesen Zangemeister und v. Domaszewski zwei Centurionenzeichen, also==. Davon kann ich nur das zweite finden, an dessen Stelle man jedoch auch ein S erkennen kann (. d. Abb.), dem ein V vorausgegangen sein könnte; doch wird der Schein dieser Buchstaben dem Leser wohl erst durch die Behandlung des Steines vorgetäuscht worden sein. Auch am Ende der Zeile findet sich hinter BI.
der Fuss einer Senkrechten, die mit dem verlangten RRIT nicht recht stimmen will. Die Britones(Britten) waren in numeri gegliedert, d. h. in Truppenkörper, die unter dem Befehl eines römischen Offiziers standen und ein Ganzes bildeten, ohne doch Legionen oder Alen oder Kohorten zu sein.— Z. 6 ist der Name eines Truppenkörpers kräftiger ausgemeisselt als die übrigen Teile der Inschrift, auch der Kaisername, der hier nicht besonders getilgt zu sein scheint(s. Nr. 40). Nach v. Domaszewski kann es kein anderer sein, als die sagittarii Osrhoëni, die Schützen aus der Gegend von Edessa im nordwestlichen Mesopotamien, die von Alexander Severus zur Bekämpfung der Germanen an den Rhein geführt, nach dessen Ermordung im Jahre 235 sich gegen seinen Nachfolger Maximinus empört und sogar einen gewissen Quartinus zum Gegenkaiser erhoben hatten. Diese wird in jener Zeit die damnatio memoriae betroffen haben. Sie waren kein stehender Truppenkörper, sondern eine für den Kriegsfall aufgebotene Miliz, die unter römischen Offizieren diente. Diese hiessen, weil es sich um ein ausserordentliches Kommando handelte, praepositi, ebenso wie aus demselben Grunde die Befehlshaber der numeri, die


