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30. Bauurkunde der vierzehnten Legion, gef. am 4. April 1901 bei der Erweiterung des Marienstiftes, grosse Weissgasse 15. Dem Museum übergeben von Herrn Prälaten Dr. Schneider. Kalkstein. H. 18, Br. 40, D. 15 cm. Der Stein ist hinten an der Schmalseite etwas abgeschrägt und scheint früher als Teil eines Tür- oder ehe ertnlee gedient zu haben.
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EE 5 I, Legio) XIIII g emina)
. CO H varee v(ickri)
Coh(ors) I
A. PE.MVE ℳ8 3.*— P(ubli) Murrasi. n S 3. 7,, 2—
1:7,5
„Die Centurie des Publius Murrasius von der ersten Cohorte der vierzehnten Legion, der doppelten, Martischen, siegreichen(errichtete diesen Bau).“
Das Vorhandensein der beiden letzten Legionsbeinamen zeigt, dass
der Stein den Jahren 70— 90 angehört(s. Körber III Nr. 37). Vergl. CIL. XIII, 6930 a; Korrbl. d. W. Z. XX, S. 67.
31. Bälfte einer Bauurkunde der vierzehnten Legion. Der genauere Fundort des Steines ist unbekannt, doch stammt er aus Mainz; er kam aus Habel'schem Besitze in den des Herrn Kreisrichters Conrady, dessen Neffe, Herr Univ.-Prof. Conrady, ihn vor kurzem dem Museum zum Geschenke machte. Kalk- stein. H. 13. Br. 24, D. 11 cm. In der schwalbenschwanz ähnlichen Verzierung ein Rad, wie ein solches auch auf mehreren anderen Mainzer Legionsbausteinen vorkommt(vergl. d. Abb. Körber, Nachtr. III, Nr. 33 Schädel, über den Namen und das Rad der Stadt Mainz. S. 30). Es ist wohl ursprünglich nichts als ein verzierter Nagelkopf, der als Rosette gebildet ist; also eine Erinnerung an die eherne, mit Nägeln an die Wand ge- heftete tabula ansata.
Leg(io) X IIIII2I= Cai) Apl... J.
„Die vierzehnte(2) Legion, die Centurie des Gajus Ap...“
Dass die vierzehnte Legion auf dem Steine genannt war, ist daraus zu schliessen, dass sich auf Mainzer Boden fast nur Bau- steine dieser Truppe sowie der leg. ⁷adiutriæ finden(s. z. Nr. 24— 29). Sie führte auf dem Stein wohl die Beinamen G M. V= gemina Marltia victrir.
Vergl. CIL. XIII, 6926.


