Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1810)
Entstehung
Seite
227
Einzelbild herunterladen

Von Schenkungen unter Lebenden, und von Teſtamenten. 227

uͤbertragen werde; II. daß dann das Vermögen unter alle gebohenen Att. 1030. oder noch zu erwartenden Kinder des Beſchwerten, ohne Ausnahme, und ohne Vorzug des Alters und Geſchlechts, vertheilt werden muß.

Zu bemerken iſt es ferner, daß, ohnerachtet die Auflage eine Vertheilung xrt. 1051.

an die Kinder erſten Grades anordnen muß, dennoch, wenn der Be⸗

ſchwerte ſtirbt, und ſowohl Kinder erſten Grades, als Deſcendenten

eines fruͤhern Kindes erſten Grades hinterlaͤßt, letztere kraft des Reprae⸗ ſentationsrechts den Antheil des vorhergeſtorbenen Kindes erhalten ¹).

1) MArrvur Analyſe ad h. art. geht ſogar noch weiter, und will, wenigſtens

dem Geiſte und der Analoate des Geſetzes gemäß, alle Enkel und Geſchwi⸗

ſterkinder jure repraeſentationis ſuccediren loſſen, wenn dieſelben nur allein

( vorhanden ſind. Anderer Meynung iſt jedoch EsNIEB T. II. p. 251. und er⸗

u klärt den Artikel reſtrictiv.

5. 666. Rechte der Sybſiituirten.

Die Subſtituirten koͤnnen veriangen: L. daß wenn dem Beſchwer⸗ Art. 1032. ten fruͤher ein Theil des Vermögens durch Schenkung, ohne dieſe Be dingung, gegeben war, und derſelbe ſpaͤter durch Schenkung oder Teſta⸗ ment etwas unter der Bedingung anuimmt, daß die ftuͤhere Schen⸗ kung dieſer Wiederabtretung unterworfen ſeyn ſolle, es demſelben nicht mehr geſtattet werden möge, die beyden zu ſeinem Vorthenle geſchehenen 6 Verfuͤgungen zu trennen, und der zweyten zu entſagen, um ſich an die erſte zu halten. Dieſes iſt dem Beſchwerten ſogar durch das Geſetz verboten, und wird nicht einmal auf die etwaige Erklaͤrung derſelben, daß ſie ſich das unter der zweyten Verfuͤgung begriffene Vermögen wie⸗ der abzutreten erböten, geſtattet. UI. Den Subſtiturten fallen ihre Art 1033. Rechte von dem Zeitpunkte an, wo die Benutzung von Seiten des Be⸗ ſchwerten aus irgend emer Urſache, z. B. Tod, Abtretung, Ansſchla⸗ gung, Verzichtleiſtung, Unwaͤrdigkeit, Ablauf der vom Teſtirer beſtimm⸗ ten Zeit u. ſ. w. aufhort. Doch kann ¹) eine zum Beſten der Sub⸗ ſtitnurten vor der Zeit geſchehene Abtretung der Benutzung den vor der⸗ ſelben ſchon vorhandenen Gläubigern des Beſchwerten nicht zum Nach⸗ theile gereichen, vielmehr haben ſie das Recht bis zur Zeit der Abtre⸗ t tung ſich in die Benutzung dieſes Vermögens einweiſen zu laſſen, um u auf dieſe Art zzu ihrer Befriedigung zu gelangen ²). Die Ehefrauen Art. 1054.

der Beſchwerten haben auf den Fall der Unzulaͤnglichkeit des uͤbrigen Fſ2 Ver⸗