26 Zweytes Buch. Zweyter Titel. Von dem Eigenthume.
ſchiedenen Stoffe als ein Hauptſtoff angeſehen werden kann, ſo kann, wenn die Stoffe getrennt werden koͤnnen, derjenige, ohne deſſen Vorwiſſen die Stoffe gemiſcht ſind, die Trennung verlangen, nie aber der Vermi⸗ ſcher ſelbſt. Koͤnnen die Stoffe nicht fuͤglich getrennt werden, ſo erwer⸗ ben alle an denſelben gemeinſchaftlich das Eigenthum, und zwar jeder nach dem Verhaͤltniſſe der Groͤße, der Beſchaffenheit und des Werths
Art. 374. ſeines Stoffs. War der eine den Eigenthuͤinern zugehoͤrige Stoff, der Groͤße und dem Werthe nach, bey weitem bedeutender, als der andere, ſo kann der Eigenthuͤmer des betraͤchtlichern Stoffs die vermiſchte Maſſe, gegen eine dem andern fuͤr den Werth ſeines Stoffs zu leiſtende Ver⸗ guͤtung, fordern.
Allgemeine Regeln über dieſe Fälle 1).
Art. 573. I. Bleibt die Sache den Eigenthuͤmern der Stoffe, woraus ſie ge⸗ bildet wurde, gemeinſchaftlich, ſo muß ſie zu beyder Vortheile verſteigert
Art. 376. werden. II. Der Eigenthuͤmer, deſſen Stoff ohne ſein Vorwiſſen gebraucht wurde, um eine Sache anderer Gattung hervorzubringen, hat das Recht, in allen den Faͤllen, in welchen er das Eigenthum der Sache in Anſpruch nehmen kann, die Wiedererſtattung ſeines Stoffs in derſelben Art, Große,
Art. 377. Gewicht, Maaß und Gůte, oder deſſen Werth zu verlangen. III. Wer fremde Stoffe ohne Vorwiſſen ihres Eigenthuͤmers gebraucht, kann zur vollſtändigen Schadloshaltung, wegen des etwa verurſachten Nachtheils, verurtheilt werden, mit Vorbehalt des den Umſtaͤnden nach eintretenden außerordentlichen Verfahrens, z. B. des peinlichen, wenn er ſie geſtoh⸗ len hatte ²)..
„ ſt 1) FaunE Ropport bey Garnery B. II. S. 62. 64. 3) Vergl. MALBvILLE Analyſe ad h. art.
Dritter


