Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1810)
Entstehung
Seite
17
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Von dem Eigenthume. 17

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² Erwerb der Fruͤchte.

3 Die Fruͤchte, welche eine Sache bervorgebracht bat, geboͤren dem e Eigenthuͤmer, jedoch nur unter der Bedingung, daß er die vielleicht von

einem dritten aufgewandten Koſten der Beſtellung, Arbeit und Ausſaat erſetze. Nicht bloß aber der Eigentbuͤmer hat ein Recht auf die von ſeiner eigenthuͤmlichen Sache hervorgebrachten Fruchte, ſondern auch der bloße Art. 549. Beſitzer einet Sache, wenn er nur im zuten Glauben(bona ſide) beſitzt.

Iſt dieſes nicht der Fall, und war er ein Beſitzer im böſen Glauben

(mala fide), ſo iſt er verbunden die Fruͤchte mit der Sache an den Eigen⸗ 6 thuͤmer zurückzugeben N. Beſitzer im guten Glauben wird der genannt, der als Eigenthuͤmer und vermöge eines Titels ²), der ſonſt das 6 Eigenthum uͤbertraͤgt, deſſen Fehler ihm aber unbekannt ſind, beſitzt.

Beſitzer im böſen Glauben iſt dagegen 1) der ohne Titel, oder Art. 550. aus einem wiſſentlich feblerbaften Titel, der mithin das Eigenthum nicht übertragen kann, beſitzt; 2) der Beſitzer im guten Glauben von dem Augenblicke an, da ihm die Fehler ſeines Titeis bekannt ſind; 3) der Beſitzer im guten Glauben von dem Angenblicke der ihm auf geſetzliche Art inſinuirten Vorladung an ²).. ²) Soch muß ihr der Eigenthuͤmer die Koſten der Beſtellung, Adbeit und Ausſaat he erſetzen. Arg. art. 548. jedoch nur dann, wenn ſie ihren Zweck erreicht haben, denn der Code ſoricht ausdrücklich von hervorgebrachten Fruͤchten die wirklich vorhanden ſind. In Hinſicht des Beſitzers im guten Glauben zweifelt ZacRanIaß Handbuch. Th. I. S. ris, ob das Pachtgeld unter die frudus: civiles zu zählen ſey, die ihm nach Art. 547. zuſtehenz da dieſes nicht in der Lehre pon der Acceſſion, ſondern nur vom Niröbrauche genannt ſey. BenGlp franz, Privatrocht.§. 137. Anm. 3. bemnekt dagegen ſehr richtig, daß aus der Stellung des Art. S49. erhelle, daß kein Unterſchied. gemacht werden

m ſolle; daß dagegen äber dem poſſeſſo? bonae ſidei nicht die Vörchelle zu ſtatten ode kämen, welche der Art.§86. dem Nießbraucher gäbe., S. auch ZacaRAn

Handhuch. Th. I. S. 120. Der b. F. pꝛbraucht dahep ſo wenig die fructus e) perceptas herauleierAut⸗ 555), als der m. f. p. die pergipiendos, Letzteter ſin muß bloß perceplö herausgeben. Laſſauly Zournal U. 2. 70. Caſſallohs⸗

hof in Vuriprudeſice. T. IEł p. 240. 1. 5

2) Mithin muß er dieſen immer kennen, um b. f. p. zu ſeyn. v. Ramdohr

a. a. D. S. 27. Auf den Glauben kömmt dagegen nichts an; und hier⸗

elnin durch unterſcheidet ſich der Code ſo weſentlich von dein Röm. Rechte. S. Tul-

ter. BAuT Syſtem des Pandectenrechts. Th. 1. 5. 297. Inmmer ſtreitet jedoch

die Präſumtion fuͤr den b.f. p. daß er dieſe Maͤngel nicht kannte. PokTArIs

ſin Expoſe bey Garnery Buch II. S. 4o. Bi6oT ds PBEAnMEARu Expoſẽ. u B. III. it. 20. S. 313, bey Garnery.

40 Spangenberg's Commentar Bd. II. E 3)