Teil eines Werkes 
Vierter und letzter Band (1809)
Entstehung
Seite
34
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34 U. Buch. K. Tit. Von dem Leih⸗ und Darleheus⸗Contraete.

Hat man indeſſen nur aus Rückſicht für den Entlehner und ihm bloß für ſeine Perſon geliehen, dann können die Erben nicht fortfahren, die geliehene Sache zu gebrauchen.«

Nach der F. 12, F. 1 N de precario iſt der Erbe des Leihers zwar verbunden, den Leih⸗Contract in Anſehung des Entlehners zu halten; der Leiher iſt aber hiezu gegen die Er⸗ ben des Entlehners nicht verpflichtet: quia ipsi duntawat, non haredi concessa possesio est. Unſer Artikel hat die Aus nahme zur Regel gemacht, und vielleicht mit Recht.

3 weyter Ab ſchnitt⸗ Von den Verpflichtungen des Entlehners.

Art. 1880.»Der Eitlehner iſt ſchuldig, als ein guter Hausvater für die Aufbewahrung und Erhaltung der ge⸗ liehenen Sache zu ſorgen. Er darf ſich ihrer nur zu dem Zwecke bedienen, wozu ſie ihrer Natur nach oder durch die Uebereinkunft beſtimmt iſt; alles bey Strafe, nach Beſchaf fenheit der Umſtände, den Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen.«

Die Römer unterſchieden drey Fälle; entweder wurde nehmlich 1) bey dem Leih⸗Contracte bloß der Vortheil des Entlehners bezweckt, oder er gereichte 2) zum gemeinſchaft⸗ lichen Nutzen des Leihers und des Entlehners, z. B⸗ wenn ich meinem Aſſocirten ein Pferd leihe, um eine Angele⸗ genheit der Geſellſchaft zu beſorgen, vder das Leihen geſchah 3) bloß zum Vortheile oder zum Vergnuͤgen des Leihers, z. B⸗ wenn ich meiner Braut Schmuck leihe.

Im erſten Falle forderten ſie vom Entlehner die größte Sorafalt, diltgentiam ewactissimam; ſo gar war es nicht geuug, wenn er auf die geliehene Sache diejenige Sorgfalt verwendete, womit er ſeine eigene Geſchaͤfte zu verſehen pflegte, si alius diligentior eustodire potuerit. Im zweyten Falle war der Entlehner nur zu einem gewöhnlichen Fleiße verbunden, und im dritten war er nur für ſein grobes Ver⸗ ſchulden verantwortlich. S. die T. 1§. 4., J. de oblig. et act. und die LT. 5 und 18 ſe.