Teil eines Werkes 
Vierter und letzter Band (1809)
Entstehung
Seite
33
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1II. Buch. X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contracte 33

Contract iſt ſeiner Weſenheit nach nnentgeldlich; ſonſt würde es ein Mieth⸗Contract ſeyn, F. 2. inst. quib. mod. re. Den Unterſchied zwiſchen dem Leih⸗Contracte und dem Darlehn ſtellt Cnjaz auf folgende Art dar: commodatum est quasi mutuum ad usum; mutuum est quasi commnodatum ad abusum.

Art. 1876.» Zum Weſen dieſes Leih⸗Contractes ge⸗ »hört es, daß der Gebrauch der Sache unentgeldlich über⸗ laſſen wird.«

S. die Anmerkung zum vorhergehenden Artikel.

Art. 1877.»Der Leiher bleibt Eigenthuͤmer der geliehe⸗ nen Sache.«

Rei commodatæ et proprietatem et possessionem reti- nemus. L. 8 und 9, h h. Aus dieſer Urſache iſt der Ver⸗ luſt fuͤr den Leiher, wenn ſie zu Grunde geht. Die Fälle ausgenommen, die im folgenden Abſchnitte enthalten ſind.

Art. 1878.»Alles, was nicht dem rechtlichen Verkehr entzogen iſt, und durch den Gebrauch nicht verzehrt wird, kann ein Gegenſtand dieſes Vertrags ſeyn.

Immobilien können eben ſo wie Mobilien geliehen wer⸗ den. T. 1, F. 1 M h. Das Weſentliche beſteht darin, daß man die geliehene Sache gebrauchen könne, ohne ſie aufzuzehren; wird fie durch den Gebrauch verzehrt, wie z⸗ B. Geld, Fruͤchte, ſo kann ſie nicht geliehen werden, und nur ein Gegenſtand eines Darlehns ſeyn. L. 3, F ult h.

Dieſe Regel leidet indeſſen eine Ausnahme, wenn je⸗ mand Geld oder Lebens⸗Mittel leiht, nicht um ſie zu ver⸗ zehren, ſondern bloß um damit zu prahlen, und ſie zu zeigen. Misi forte ad pompam vel ostentationem accipiat quis, heißt es in der ſchon angeführten T. Z., denn in die⸗ ſem Falle kann ſich ein Leih⸗Contract bilden.

Art. 1879.»Die Verbindlichkeiten, welche aus dem Leih⸗Contracte entſtehen, gehen auf die Erben des Leihers und auf die Erben des Anlecihers über.

Malev. IV.

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