44 il. Buch. Vill. Tit. Von dem Mieth⸗Conttacit.
Dritter Abſchnit. Von der Verpachtung des Viehes zur Hälfte.
Art. 1818.»Die Verpachtung des Viehes zur Hälfte »iſt eine Geſellſchaft, worin jeder der Contrahenten die Haͤlfte „des Viehes liefert, das alsdann in Hinſicht auf Gewinn „und Verluſt gemeinſchaftlich bleibt.«
Hier muß nach der Regel: ves perit domino, und weil jeder zum Capital beyträgt, Gewinn und Verluſt durch⸗ aus gemeinſchaftlich ſeyn.
Art. 1810.» Der Paͤchter benutzt allein, wie bey der „gewoͤhnlichen Verpachtung, die Milch, den Dünger und „die Arbeit des Viehes⸗«
„Der Verpachter hat nur ein Recht auf die Hälfte der „Wolle und des Zuwachſes an jungem Viehe.«
„Jede dieſen Grundſätzen zuwiderlaufende Uebereinkunft niſt ungültig, der Verpachter ſey dann zugleich Eigenthüiner „des Meyerhofes, den der Pächter entweder für einen be⸗ „ſtimmten Preis oder für eine Quote der Fruͤchte in Pachtung „hat.«*)
Der verpachter ſch dann ꝛc. S den Att. 1828.*)
*) Jede bieſen Grundſaͤtzen ꝛc. Die urſache hievon be— ſteht darin, weil bey dieſer Gattung von Verpachtung des Vie⸗ hes der Pächter mehr als der Verpachter in die Geſellſchaft lie⸗ ſert; denn außerdem, daß er eben ſo viel Vieh als der Verpachter darin einbringt, ſorgt er auch fuͤr deſſen Verwahrung, gibt ſeine Staͤlle her, um es unter zu bringen, und ſein Futter, um es zu ernähren; gerecht iſt es alſo, daß er für dieſe Laſten ent⸗ ſchädigt werde.
) Denn da der Pächter in dieſem Falle bloß für das Vieh Sorge trägt, wohingegen der Verpachter die Staͤlle und das Futter her⸗ gibt, ſo iſt hiedurch die Sorge, die der Pächter für das Vieh trägt, compenſirt. Unſtreitig kann ſich alſo der Verpachter für ſeinen Autheil an der Milch in dieſem Falle eine gewiſſe Quan⸗ tität Butter oder Käſe ausbedingen. Repertoire de Jupispr. V. (Veptel,§. 2 77 4 3


