Teil eines Werkes 
Dritter Band (1808)
Entstehung
Seite
15
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U. Buch 1I. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten. 15

iſt nur von Kindern die Rede: pro aßectu parentes magis in liberis terrentur.

Art. 1114.» Bloß ehrerbiethige Furcht gegen den Vater, die Mutter oder einen andern Ascendenten, wobey kein Zwang angewandt worden, iſt nicht hinreichend, um den Contract fuͤr unguͤltig zu erklaͤren.

Stimmt mit der T. 26, F. I, H de pign. überein. Godofredus ſetzt ad T. 6. Cod. de his quæ vi, noch hinzu:

nec maritalis reverentia.

Art. 1115.»Ein Contract kann aus dem Grunde eines »Zwanges nicht mehr angefochten werden, wenn eben dieſer Contract, ſeitdem die Gewalt aufgehoͤrt hat, entweder aus⸗ drücklich oder ſtillſchweigend, oder dadurch genehmiget wor⸗ den iſt, daß man die zur Wiedereinſetzung in den vorigen Stand durch die Geſetze beſtimmte Zeit verſtreichen ließ.«

Lier gab man nach, daß die ſtillſchweigende, aus der ganz oder zum Theil geſchehenen Vollziehung des Contractes hervorgehende Genehmigung die nehmliche Wirkung haben muͤſſe, wie die ausdrückliche Genehmigung.

Art. 1116. Der Betrug bewirkt die Nichtigkeit des Ver⸗ trags, wenn die von einem der Contrahenten gebrauchten Kunſtgriffe von der Art ſind, daß offenbar der andere Theil ohne dieſe Kunſigriffe nicht contrahirt haben wuͤrde.«

Man vermuthet ihn nicht, und er muß bewieſen werden.«

Was der Betrug ſey, hat man hier nicht erklärt. Die T. 1. de dolo malo nennt ihn ſo: omnis calliditus, fal- lacia, machinatio, ad circumveniendum, fallendum, de- cipiendum alterum adhibita/ und in den PL. 7. und 9. eòd. wird noch hinzugeſetzt, modò magna et evidens zit.

Jeder Vertrag, wodurch man auf den Erſatz des Scha⸗ dens Verzicht leiſtet, der durch Betrug uns zugefügt werden moͤchte, iſt nichtig. T. I. F. 7. Pepositi.

Der Betrug muß übrigens klar bewieſen werden. Dolum er indiciis perspicuis probari convenit. T. 6. Cod. de