1u. Vuch 1X. Tit. Von dem Soeietaͤts⸗Contraete. 25
Art. 1871.»Geſellſchaften, welche auf Zeit geſchloſſen „ſind, können auf einſeitiges Verlangen eines der Aſſociirten „vor der vereinbarten Zeit nur in ſo fern aufgehoben werden, „als gerechte Bewegurſachen eintreten, wie z. B. wenn „ein anderer Geſellſchafter ſein Verſprechen nicht erfuͤllt, „oder eine oft wiederkehrende Krankheit ihn zu den Geſchäf⸗ „ten der Geſellſchaft unfaͤhig macht, oder in andern aͤhnlie „chen Fällen, deren Rechtmäßigkeit und Erheblichkeit zu „beurtheilen dem Ermeſſen der Richter überlaſſen bleibt.«
Si it injuriosus, heißt es in der T. 14, h eod., et damnosus sit Socius, ut non eapediat eum pati.*)
Art. 1872.»Die Regeln, die ſich auf Erbſchaftsthei⸗ „lungen, auf die Form dieſer Theilungen und die unter den »Miterben hieraus entſpringenden Verbindlichkeiten beziehen, „ſind auf die Theilungen unter Aſſociirten ebenfalls an⸗ „wendbar.«*)
Man vermißt hier eine im römiſchen Rechte bekannte Regel, nach welcher ein Geſellſchafter, welcher bey der Rech⸗ nungs⸗Ablage und bey der Liquidation der Geſellſchaft Schuldner bleibt, nur, in huantum facere potest, verur⸗ theilt wird, P. 65, h. d. h. deducto ne egeat. T..
*) Sind rechtmäßige urſachen vorhanden, vor der Zeit von der Geſellſchaft abzugehen, ſo kann dieß ſelbſt in dem Falle geſchehen, wenn im Geſellſchafts⸗Contraete die Clauſel ent— halten wäre, daß man vor Ablauf der Zeit ſie nicht aufheben könne. T. 14,. 1. ulpian und Pomponius fuͤhren übrigens in d. T. 14, T. 15 und 16 esd. mehrere Bepſpiele rechtmäßiger Urſachen an.
B.
**) Da nach dem Art. 317 des Geſetzbuches Napoleons ein Vor⸗ mund die Klage auf Theilung einer Erbſchaft nur dann anſtel⸗ len kann, wenn er von einem Familien⸗Rathe dazu autoriſirt iſt, ſo iſt dem vorliegenden Artikel zu Folge dieſe Formalitat auch daun erforderlich, wenn der Vormund auf Theilung einer Geſellſchaft antragen will.
B.


