3 1. Buch. 1X. Tit. Von dem Soeietäts⸗Contraete.
Art. 1850.»Jeder Geſellſchafter iſt verbunden, der „Societät allen Schaden zu erſetzen, den er durch ſein Ver⸗ „ſchulden ihr verurſacht hat, ohne daß er berechtiget ſey, „dieſen Schaden gegen den Gewinn aufzurechnen, den ſeine „Induſtrie ihr in andern Geſchaͤften verſchafft hat.«
Durch ſein Verſchulden. Das Wort: Verſchulden, ſagte man, iſt zu ſchwankend und unbeſtimmt; es wäre moͤglich, dieſen Ausdruck zu mißbrauchen, um einen Geſell⸗ ſchafter für Ereigniße verantwortlich zu machen, wodurch gut ausgedachte Speculationen rückgängig gemacht wuͤrden⸗
Die Tribunaͤle, antwortete man, wiſſen die Unterſchiede zu machen, welche auf die Umſtaͤnde paſſen, und die ſich unmöglich vorherſehen laſſen.
Die römiſchen Geſetze machten zwiſchen dem groben leichten, und äußerſt leichten Verſchulden einen Unterſchied⸗ Ein Geſellſchafter haftete nur fuͤr den Schaden, den er vor⸗ ſetzlicher Weiſe und durch grobes Verſchulden anrichtete, und mußte auf die Angelegenheiten der Geſellſchaft die nehmliche Sorgfalt verwenden, womit er in ſeinen eigenen Geſchäften zu Werke gieng. Mec ewactissima diligentia db eo ewigi- tur. Nam qui parum diligentem socium Sibi adsumit, de se queri, sibique hoc imputare debet. F. Rn. inst. h.
Uebrigens verſteht es ſich von ſelbſt, daß ein Aſſpeiirter nur denjenigen Gewinn, den er aus der Geſellſchaft erhalten hat, nicht gber jenen, wozu die Geſellſchaft nur gelegentlich die Ver⸗ anlaſſung gegeben hat, zur gemeinſchaftlichen Maſſe herzugeben ſchuldig ſey. Einer der Aſſoeiirten z. B. machte bey Verrich⸗ tung der Geſchaͤfte der Geſellſchaft, Bekanntſchaft mit jemanden“ den er ohne dieſes nicht gekannt haben wuͤrde, und dieſer ſchenkt ihm etwas, oder ſetzt ihn zum Erben ein. Ein ſolcher Gewinn gehoͤrt nicht zur Geſellſchafts⸗Maſſe: ved nec compendium, guad propter vooietatem ei contigisset, veniret in medium; veluti si proyter vocietatem hrer fuset institutus, aut quid ei donatum
eser. E. 60,§. 1. 5 Pothier. n. 133. B.
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