Teil eines Werkes 
Dritter Band (1808)
Entstehung
Seite
492
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492 m. Buch. VIII. Tit. Von dem Rieth⸗Contngete.

Art. 1813.» Wird das PVieh einem freiden Pächter »zur Benutzung überlaſſen, ſo muß dieſes dem Eigenthuͤmer, »wovon er das Gut gepachtet hat, angezeigt werden. Im ventgegengeſetzten Falle kann dieſer das Vieh fuͤr ſeine »Forderung am Paͤchter mit Arreſt belegen, und verkaufen * laſſen. 4

Iſt der Contract uͤber die Verpachtung des Viehes vor Notar errichtet, von der Kanzel verkündigt, und das Vieh ganz beſtimmt bezeichnet worden, ſo dürfen, nach den Art. 18 und 19 eines Edictes aus dem Monate October 1713, die Empfaͤnger deröffentlichen Abgaben nur ein Fünftel da⸗ von gegen den Pächter in Beſchlag nehmen.

Art. 1814.»PDer Pächter darf die Wolle nicht ſcheren, ohne vorher den Verpachter hievon zu benachrichtigen.«

Art. 1815.Iſt in dem Vertrage über die Dauer »des Coutractes nichts beſtimmt, ſo nimmt man an, daß der Contract auf drey Jahre geſchloſſen worden ſey.«

Art. 1816.» Der Verpachter iſt befugt, auch früher deſſen Auflöſung zu verlangen, wenn der Pächter ſeine Verpflichtungen nicht erfüllt.«

Art. 1817.» Am Ende des Pachtes oder wenn er ſonſt aufgelöſt iſt, wird eine neue Schaͤtzung des Viehes vorge⸗ nommen.«

»Der Verpachter kann ſo viel Vieh von jeder Gattung, als die erſte Schätzung beträgt, vorausnehmen; das Uebrige wird getheilt.«

Iſt ſo viel Vieh nicht mehr uͤbrig, um den Betrag der erſten Schätzung zu erſetzen, ſo nimmt der Verpachter das, was ubrig geblieben iſt, und die Parteyen berechnen ſich vüber den Verluſt.«

Nach der Vorſchrift eines Geſetzes des National⸗Conben⸗ tes uͤber die Verpachtungen des Viehes vom 15. Germinal 3. J.(g. April 1793) war der Paͤchter überhaupt verbun⸗ den, am Ende der Pachtung oder bey der Theilung die nehm⸗