14 III. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten.
Art. 1112.»Zwang iſt alsdann vorhanden, wenn er „von der Beſchaffenheit iſt, um auf eine vernünftige Perſon „Eindruck zu machen, und wenn er bey ihr die Furcht erre⸗ „gen kann, daß ſie ſich ſelbſt oder ihr Vermoͤgen einem be⸗ „traͤchtlichen und gleich bevorſtehenden Uebel ausſetzen würde.«
„Man nimmt in dieſer Sache Ruͤckſicht auf das Alter, „das Geſchlecht und die Beſchaffenheit der Perſonen.«
Anfangs war der Artikel ſo vorgeſchlagen worden: Zwang macht nur dann den Contract unguͤltig, wenn ꝛe.
Man bemerkte, es ſey gefährlich, im Geſetze vorauszu⸗ ſetzen, daß der Zwang nicht immer die Nichtigkeit des Con⸗ tractes nach ſich zöge. Zwang, antwörtete man, macht, in der That, einen Contract nur dann ungültig, wenn er ſo beſchaffen iſt, daß einer verntinftigen Perſon Furcht dadurch eingejagt wird⸗ Das römiſche Geſetz bedient ſich ſogar eines ſtärkern Ausdruckes, vis, ſagt die T. 6. Juod met. caus.,
g in constantissimum hominem cadere potest, ſonſt heißt
es in F. 134. de R. J., vani timoris justa excusatio
non est⸗ Inzwiſchen wurde man einig, den Artikel auf eine abſo⸗ lutere Weiſe abzufaſſen, jedoch ſo daß man, mit vieler Bil⸗ ligkeit, hinzuſetzte, daß in dieſer Materie auf das Alter, das Geſchlecht, und die Beſchaffenheit der Perſonen Rückſicht der That kann dasjenige, was
genommen weiden ſollte. In
einem Alten, einem tranken Maͤnne, einer Frauensperſon, einem Geiſtlichen Furcht einjagen, und ſie zwingen kann, ſich zu etwas zu verbinden, fuͤr einen ſtarken jungen Mann⸗
fuͤr einen geſunden, für einen Soldaten nicht immer ein guͤl⸗ tiger Grund zur Wiedereinſetzung in den vorigen Stand ſeyn⸗
Art. 1113.»Der Zwang begründet die Nichtigkeit des „Contractes nicht allein, wenn er an dem Contrahenten ſelbſt, „ſondern auch, wenn er an deſſen Ehegatten, ſeiner Ehe⸗ „gattin, ſeinen Abkömmlingen oder ſeinen Ascen enten ge⸗ „braucht worden iſt.«
Dieß ſcheint mir römiſchen Rechtes zu ſeyn.
eine ſehr vernuͤnftige Ausdehnung des In der L⸗ 8. quod met. caus⸗


