452 1. Buch. X. Tit. Von der Volljaͤhrigkeit, ꝛe.
„Raſerey befindet, ſoll die eigene Verwaltung ſeines Vermö⸗ »„gens entzogen werden, ſelbſt wenn er zu Zeiten gauz ver⸗ „nünftig ſeyn ſollte.«
Geſetes vom 30 Ventoſe 12 J. über die Vereinigung der buͤrgerlicheny Geſetze in eine einzige Samm⸗ lung abgeſchafft worden.— Vielleicht gar Kraft des Geſetzbu⸗ ches ſelbſt? Aber der Art 384 verleiht dem Laͤngſtlebenden der Eltern den Genuß der Guͤter ihrer Kinder bis zum zuruͤckgeleg⸗ ten Alter von achtzehn Jahren, oder bis zu ihrer Emaneipation, ohne Unterſchied, ob ſie unter der elterlichen Gewalt ſtanden, oder ſchon vor ſeiner Verkt dung sui juris waren; Kraft keines wirklich beſtehenden Geſetzes gebuͤhrt folglich dieſer Nießbrauch dem Kinde.
Einigen Grund möchte ſein Anſpruch vielleicht dann haben, wenn ſein Vater noch lebte, und dieſer das Kind, nachdem er es ſchon vorher emancipirt hatte, nun wieder unter ſeine Ge⸗ walt nehmen wollte, denn in dieſem Falle würde eine Verticht⸗ leiſtung von Seiten des Vaters auf die Rechte der väterlichen Gewalt vorhanden ſeyn, und der Sohn ihm ſeine Verbindlichkeit entgegen ſetzen können, die kein Geſetz ihm zu brechen erlaubt.
Aber der Mutter läßt ſich doch kein von ihr herrührender Aet entgegenſetzen; das Geſetzbuch legt ihr eine neue Gewalt bey, worauf ſie nicht einmahl Veriicht leiſten konnte, ehe ſie ſolche kannte. In allen Fällen iſt alſo die Mutter berechtist, die Vormundſchaft und den Genuß des Vermoͤgens ihres Sohnes auf die Weiſe, und bis zur Epoche, die das Geſetzbuch beſtimmt, in Anſpruch zu nehmen.
Kann ſie indeſſen auf die nehmlichen Rechte auch dann An⸗ ſpruͤche machen, wenn ihr Sohn noch unter der Gewalt eines Dativ⸗ oder Leſtamentariſchen Vormundes ſteht?
unbedenklich, was den Genuß des Vermögens betrifft, denn dieſen verleiht das Geſetz der laͤngſt lebenden Mutter, ſo gar dann, wenn ſie nicht Vormünderinn iſt.
In Betreff der Vormundſchaft muß die Frage eben ſo zu ih⸗ rem Vortheile entſchieden werden; Buchſtäblich heift es ja im Art. 390, daß, wenn die Ehe durch den natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Dod eines der Ehegatten auf⸗ gelöſt iſt, die Vormundſchaft uͤber die minder⸗ jährigen und nicht emanecipirten Kinder dem


