U. Buch. 1. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 515
Broca am 15. Pluvioſe 11. J. zur Sprache kam, wurde dem Anttage des Hrn. General⸗Procurators gemäß, entſchie⸗ den, man müſſe auf dieſe beſondere Praxis keine Rückſicht neh— men: Broca ſey erſt beym Abſterben ſeiner Mutter unwider⸗ tuflich zum Beſitze des Vermögens gelangt, worin ſie ihn ein⸗ geſetzt hatte: bis dahin ſey ihm das Eigenthum deſſelben nicht geſichert geweſen; ſo gar habe es fuͤr ihn verloren ge⸗ hen können, wenn er vor ſeiner Mutter geſtorben wäre, wo— raus dann folge, daß Broca beym Abſterben ſeiner Mut⸗ ter die bey Sterbfällen zu entrichtenden Gebuͤhren habe bezah⸗ len muͤſſen. Dieſem zuſolge caſſirte der Caſſations-Hof ein Urtheil des Gerichtes von Mont-de⸗ Marſan, welches das Ge— gentheil erkannt hatte. Dieſe Streitigkeit war, wie man leicht einſieht, daher entſtanden, weil zur Zeit des Sterbfalles die Abgaben ſich höher beliefen, als zur Zeit der Eebes⸗Eiti⸗ ſetzung⸗
Uebrigens ſtimmt unſer Artikel, wenn er ſagt, daß von den in Frage ſtehenden Schenkungen immer vermuthet werde, daß ſie zum Beſten der zukünftigen Kinder aus der Ehe ge⸗ ſchehen ſeyen, hierin mit der allgemeinen Rechtslehre uberein. S. Furgole, a. a. G.
Art. 1083.»Eine Schenkung, welche naäch der ünker „dem vothergehenden Artikel ausgedruckten Form geſchehen „iſt, iſt einzig in dem Sinne unwiderruflich, daß det Geber „uͤber die in der Schenkung begriffenen Gegenſtände nicht „mehr unter einem wohlthätigen Titcl verordnen darf, es ſey „dann uͤber geringe Summen, zur Belohnung oder auf eine „andere Art⸗“
S. die Anmerkung zum vorhergehenden Artikel.
Es bedarf keiner Erinnerung, daß dasjenige, was in Beziehung auf eine reiche Erbſchaft eine geringe Schenkung ſeyn mag, in Hinſicht eines gewöhnlichen Nachlaſſes von Bedeutung ſeyn kann; die Richter muͤſſen alſo dieſes nach den vorkommenden Umſtanden beurtheilen.


