Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
493
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1. Buch. Kl. Tit. Von der Volljährigkeit, ꝛc. 493

Urtheil des Parlamentes von Paris bey Scfwe, vom 17. Jänner 1661. S. le Traite des minorites, ch. 13 p. 11 et 12.

Art. 5o2.Die Interdiction oder Ernennung eines Bey⸗ ſtandes hat von dem Tage des erlaſſenen Urtheils ihre Wir⸗ kung; älle von dem Interdicirten nachher geſchloſſenen Acte oder die ohne Dazwiſchenkunft des angeordneten Beyſtan⸗ des geſchloſſen worden, ſind von Rechtswegen ungültig.«

Hat die Interdiction ihre Wirkung von dem Tage des in erſter Inſtanz oder erſt von dem Tage des in der Appel⸗ lations⸗Inſtanz erlaſſenen Urtheiles? Nach den Worten des Artikels, und det dadurch veranlaßten Discuſſion, ſcheint es, daß ſie ihre Wirkung vom Tage des in erſter Inſtanz erlaſ⸗ ſenen Urtheiles habe; dieß muß indeſſen von dem Falle ver⸗ ſtanden werden, wo dieſes Urtheil in der Appellations⸗In⸗ ſtanz beſtätiget worden iſt; würde es aber reformirt, und von dem Appellations⸗Hofe erklärt, daß die Interdiction nicht Statt haͤtte, dann waͤren alle in der Zwiſchenzeit von dem, Beklagten vorgenommene Handlungen gültig. Traite des minorites, 2. part. p. 13

Art.§oz.Acte, welche vor der Interdiction geſchloſ⸗ ſen worden ſind, können wieder aufgehoben(annullirt) wer⸗ den, wenn die Urſache der Interdiction zur Zeit, als die Acte gemacht wurden, ſchon notvriſch vorhatden war.

Anders verhaͤlt es ſich mit dem Vetſchwender; alle Con tracte, die er vor ſeiner Interdiction geſchloſſen hat, ſint gultig, daher iſt die von den Gloſſatoren ad T. 1 Cod. de Curar. ſur⸗ angeführte Regel entſtanden: Furiosus statim post furorem, prodigus Statim post interdictionem.

Art. 5og.»Nach dem Tode einer Perſon können die von ihr geſchloſſenen Acte aus dem Grunde, daß ſie waͤhn »ſinnig war, nur in ſo ferne angegriffen werden, als voril⸗ rem Hinſcheiden die Interdiction ſchon erkannt oder nachge »ſucht worden war, es ſey dann, daß der Beweis des Wahu⸗ »ſinnes ſich aus dem angefochtenen Acte ſelbſt ergebe.«

Dieſer Artikel ſtimmt mit der Jurisprudenz uͤberein, die man ſeit einiger Zeit in den Gerichts⸗Höfen angenommen