Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
18
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13 Präliminar⸗Titel. Von der Verkündigung, den Wirkungen ꝛe.

den ſollen, da die Promulgation derſelben hekannt ſeyn kann; und im F. 2, daß die Promulgation, einen Tag nach derſel⸗ ben in Paris, als bekannt angenommen werden ſoll c.

Ließe ſich aus dieſer Verſchiedenheit der Ausdrücke nicht folgern, daß, wenn man bewieſe, daß z. B. in Bordeaur die Promulgation vor Ablauf der im Artikel feſtgeſetzten Friſt bekannt geweſen iſt, das Geſetz auch vor dieſer Friſt daſelbſt verbindlich wäre, indem der F. 1 ausdrücklich die Ver⸗ vindlichkeit feſtfetzt, das Geſetz von dem Augenblicke an zu vollziehen, wo es bekannt ſeyn kann, dahingegen der F. 2 nur beſtimmt, wann es als bekannt vermuthet werden ſolle?

Nur auf die obige Discuſſion braucht man indeſſen zu ſehen, um ſich von dem Ungrunde dieſer Schlußfolge zu über⸗ zeugen; freylich hätte ich gewünſcht, daß man, nach dem im Anfange des Artikels feſtgeſetzten Grundſatze, ſich bloß be⸗ gnuͤgt hätte, die Worte hinzuzufügen:»ſobald die Geſetze pro⸗ mulgirt ſind, ſollen ſie in nachfolgenden Friſten verbindlich ſeyn ꝛc.«: man mußte inzwiſchen eine allgemeine Regel aufſtellen, und den Schwierigkeiten zuvorkommen, die ſonſt in jedem beſondern Falle entſtanden ſeyn würden, und ſo muß man als gewiß annehmen, daß das Geſetz, wenn es auch ſchon der That nach bekannt iſt, doch nicht eher als zu der nach ſeiner Promulgation feſtgeſetzten Epoche ver⸗ bindlich iſt

Art. 2.Das Geſetz verfügt nur für die Zukunft; es hat keine zurickwirkende Kraft.«

Dieſer Artikel iſt aus dem L. 7. Cod. de Legibus her⸗ genommen. Die Verfaſſer hatten demſelben noch einen F. hinzugeſetzt, den ſelbſt die Geſetzgebungs⸗Section angenom⸗ men hatte; er lautete ſo:

Das Geſetz gleichwohl, welches ein vorhergehendes Ge⸗

ſetz erklören würde, ſoll von dem Tage des Geſetzes,

welches es erklärt, ſeine Wirkung haben, jedoch ohne

Nachtheil der in letzter Inſtanz erlaſſenen Urtheile, der