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müſſen; ferner, daß der Code Napoléon das beſte Geſetzbuch ſey, was man aufzuweiſen habe. Möge er auch Lücken haben, ſo liege dies in der Natur der Sache, und die Geſetzgebungskommiſſion könne dieſe Lücken nach und nach leicht ausfüllen, auch etwa im Großherzogthum Berg dem Geſetzbuche Modifika⸗ tionen geben, welches aber die Rezeption pure nicht bindere. Das Gutachten der gedachten Kommiſſion erwähnt zwar der franzöſiſchen Gerichts- und Pro⸗ zeßordnung nicht ausdrücklich, der Geiſt des Gut⸗ achtens ſelbſt aber ſpricht ſeine gleiche Annahme aus. Uebrigens ſoll für das Großherzogtbum Berg die weſtphäliſche Ueberſetzung des Code Napoléon als offiziel beſtimmt ſeyn, welche auch unter allen bis jetzt erſchienenen Ueberſetzungen die gelungenſte ſeyn möchte C.
Baypern. ₰ Für das Königreich Bayern iſt eine Bearbeitung
des Code Napoléon nach einer freien Ueberſetzung mit mehreren Zuſätzen und Abänderungen, welche im Ganzen den Geiſt der franzöſiſchen Geſetzgebung unverändert belaſſen, jedoch noch unvollſtändig, er⸗ ſchienen. Bis jetzt beſitzen wir nur das erſte Buch, pas Perſonenrecht, das zweite Buch von dem Eigen⸗ 4*¹ Durch das kaiſerliche Dekret aus Fontainebleau vom 12ten November 1309 iſt nun die Rezeption des Oode Napoléon
und der weſtphäliſchen Ueberſetzung als Civilgeſetzbuch im Großherzogthum Berg wirklich vererdnet worden.


