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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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tien verwandt oder verſchwägert ſind, auf welcher Seite und in welchem Grade.

Viertes Capitel. Von den Sterbeacten.

Art. 77. Niemand kann beerdigt werden, es ſey denn, daß der Beamte des Civilſtandes es erlaubt habe. Dieſer gibt die Erlaubniß auf freies Papier und ohne Koſten; er darf ſie aber nicht geben, ehe er ſich zu dem Verſtorbenen hinverfuͤgt hat, um ſich von dem Tode zu uͤberzeugen. Auch ſoll er ſie nicht ertheilen vor Ablauf von vier und zwanzig Stunden nach erfolgtem Tode, ausgenommen in jenen Faͤllen, die in den Polizei⸗Verordnungen beſtimmt ſind.

78. Der Beamte des Civilſtandes verfertigt die Sterbe⸗ acte auf die Erklaͤrung zweier Zengen. Die beiden Zeugen ſind, wo moͤglich, die zwei naͤchſten Verwandten oder Nach⸗ barn. Wenn aber jemand auſſerhalb ſeines Wohnorts ver⸗ ſchieden iſt, ſo ſind es die Perſonen, wobei er verſchieden iſt, und ein Verwandter oder ſonſt jemand.

79. Die Sterbeacte enthält die Namen, Vornamen, Alter, Gewerb und Wohnort des Geſtorbenen; die Namen und Vornamen ſeines Ehegenoſſen, wenn der Geſtorbene verheirathet oder verwittwet war; die Namen, Vornamen, Alter, Gewerb und Wohnort der Erklaͤrenden, und die Bemerkung, ob ſie Verwandte, und in welchem Grade ſie es ſind.

Ferner enthaͤlt dieſe Acte, in ſo weit man Kenntniß davon hat, die Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort der Eltern des Geſtorbenen, und ſeinen Geburtsort.

80. Stirbt jemand in Militair⸗ oder buͤrgerlichen Spitaͤlern, oder in andern oͤffentlichen Haͤuſern,'ſo muͤſſen die Oberen, Direktoren, Verwalter und Herren dieſer Haͤu⸗ ſer, in vierundzwanzig Stunden, dem Beamten des Ci⸗ vilſtandes Nachricht davon geben, der ſich an Ort und Stelle verfuͤgt, um ſich von dem Tode zu uͤberzeugen. Er ſetzt daruͤber eine Acte auf nach Vorſchrift des vorhergehen⸗ den Artikels, und nach Maaßgabe der Erklärungen, die man ihm thut, und der Erkundigungen, die er eingezogen hat.

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