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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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75. An dem Tage, der hierzu von den Betheiligten beſtimmt wird, nach Verlauf der Abrufungsfriſten, verfuͤgt ſich der Beamte des Civilſtandes in das Gemeindehaus, und lieſt ihnen dort in Gegenwart von vier Zeugen, die verwandt oder nicht verwandt ſind, die hier oben bemerkten Stucke vor, die ſich auf ihren Stand und die Feierlichkei⸗ ten der Heirath beziehen. Er lieſt ihnen ebenfalls das ſechſte Capitel des Titels von der Ehe vor, welches naͤm⸗ lich die gegenſeitigen Rechte und Pflichten der Eheleute enthält. Er nimmt jedem Theile, einem nach dem andern, die Erklaͤrung ab, daß ſie ſich zum Manne und zum Weibe nehmen wollen, ſpricht dann im Namen des Geſetzes aus, daß ſie ehelich verbunden ſind, und ſetzt unverzuͤglich eine Acte daruͤber auf.

76. In dem Heirathsacte kommen ausdruͤcklich vor:

1. Namen, Vornamen, Gewerb, Alter, Geburts⸗ und Wohnort der Eheleute;

2. Der Umſtand, ob ſie groß⸗ oder minderjaͤhrig ſind;

3. Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort der El⸗ tern;

4. Die Einwilligung der Eltern, Großeltern und der Familie im Falle, wo ſie noͤthig ſind;

5. Die Ehßrerbietigkeitsacten*) im Fall ſolche vorhan⸗ den ſind;

6. Die an den verſchiedenen Wohnorten geſchehenen Ab⸗ rufungen oder Aufgebote;

7. Die Einſpruͤche, wenn deren geſchehen ſind, die Ver⸗ werfung oder Abweiſung derſelben, oder Erwaͤhnung daß kein Einſpruch geſchehen iſtz

Die Erklaͤrung der kontrahirenden Theile, daß ſie ſich gegenſeitig zu Ehegatten nehmen, und der Ausſpruch, den der oͤffentliche Beamte thut, daß ſie ehelich ver⸗ bunden ſind;

9. Namen, Vornamen, Alter, Gewerb und Wohnort der Zeugen, und ihre Erklaͤrung, ob ſie mit den Par⸗

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) Was ſie ſind, kehrt der 151. Artikel.