Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811)
Entstehung
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Das die Beurkundung des Ein⸗ und Austrits des Bürgers aus der Geſellſchaft von kirchlichen For⸗ men ablöſende Geſetz wurde dadurch ſtillſchweigend erlaſſen, daß man die Beurkundungen der Geburt, der Verehlichung und des Sterbens an ganz andere, rein bürgerliche von kirchlichen Meinungen ſchlechter⸗ dings unabhängige Formen knüpfte.

Sie ſtellen im neugebohrnen Kinde nicht das Mitglied irgend einer Kirche, ſondern ein neues Mit⸗ glied der bürgerlichen Geſellſchaft dar.

Sie bezeichnen die Ehe nicht als eine kirchliche, ſondern als eine im Angeſichte der bürgerlichen Ge ſeüſchaft vorgenommene Handlung.

Sie bezeichnen den Sterbfall nicht als einen Verluſt, den eine katholiſche, lutheriſche oder refor⸗ mirte Gemeinde erlitten bat, ſondern als den Aus⸗ tritt eines Bürgers aus dem Staate.

Sie bezeichnen dieſe Ereigniſſe mit einem höher Grade von Authenticität, und bringen ſie zu einer allgemeinern Notsrietät, als es durch die Pfarr⸗ und Kirchenbücher geſchehen konnte. Sie ſetzen den Quäker, Menoniten, Herrnhuther, Juden ꝛc. ꝛc. lauter Leute, von deren Gebohrnwerden, Heirathen und Sterben die Kirche bisher gar keine und der Staat nur wenig Notitz nahm, auf gleiche Linie mit orthodoren Chriſten.

Sie beſtimmen für die Beurkundung jener Begebenheiten einen eignen Beamten, unter dem Namen oflicier de l'état civil.