48 ſition berechtigen. Unmoglich kann man die Be⸗ urtheilung allein dem Ermeſſen des Richters uͤber⸗ laſſen. Daraus wuͤrde eine Verſchiedenheit der rechtlichen Erkenntniſſe entſtehen, die an vollkom⸗ mene Willkuͤhr graͤnzt, angenommen auch, was doch die menſchliche Natur kaum zulaͤßt, daß teine Parteilichkeit eintrete, keine individuelle Nei⸗ gung wirke.
Es duͤrfte alſo noͤthig ſeyn, dem Richter eine Vorſchrift ſeines Verhaltens zu geben.
Hauptſaͤchlich mochten ſich die Weigerungs⸗ gruͤnde auf drei Ruckſichten beziehen: auf die Unwahrſcheinlichkeit eines anſtaͤndigen Lebensun⸗ terhalts, auf die Beibringung einer Thatſache, wodurch der andere Theil berechtigt ſeyn wuͤrde, auf Scheidung zu klagen, auf ein rechtskraͤfti⸗ ges Urtheil, das die buͤrgerliche Achtung des ei⸗ nen Theils angreift. Gruͤnde der erſten Art laſ⸗ ſen ſich durch Thatſachen widerlegen, nicht durch


