Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1804)
Seite
16
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(165 3Z weites Kapitel.

Von den zur Erbfolge erforderlichen Eigen⸗

ſchaften.

Art. LV.

Um erben zu können, muß man nothwendig im

Augenblick der Eröffnung der Erbſchaft exiſtiren.

Demnach ſind unfaͤhig zur Erbſchaft: 10 Wer noch nicht empfangen iſt.

Anmerkungen. 8 weites Kapitel.

Zum Art. 15. In demſelben Augenblicke, wo die Erb⸗ folge eroͤfnet iſt, tritt auch das Recht des Erben ein; die Stelle des Verſtorbenen darf keinen Augenblick unbeſetzt bleiben. Natürlich folgt daraus, daß man⸗ um zu erben, im Augenblicke des Todes eriſtiren muß. Wer nicht empfangen iſt, kann alſo nicht er⸗ ben. Ein Nichts kann keine Stelle einnehmen. Das Kind im Mutterſchooß wird aber fuͤr lebend ge⸗ achtet, wenn es anderſt lebensfaͤhig zur Welt kommt; denn ſeine Exiſtenz iſt gewiß, obgleich noch nicht entwickelt, und muß nothwendig entferntere Verwand⸗ te ausſchlieſſen(ſiehe lex antiqui3. J. si pars hæred. peta- tur, leg. 7. et 25. F de statu hom. und das jetzte Geſetz F. de ventre in possess. mitt.) Dieſe Befugniß hoͤrt aber auf, wenn bei der Geburt erkannt wird, daß die Frucht nicht lebensfaͤhig iſt; es iſt eben ſo gut, wenn ſie blos gebohren wird, um zu ſterben, als wenn ſie nicht gebohren waͤre.(Siehe Lex III. F. J. de posthumis hæredibus instituendis. Lex II. tit. eod. lex III. digest. de suis et legitimis hæredibus.) So wie ferner ein phyſiſches Factum einen Er⸗

hen, der nicht eriſtiren wuͤrde, oder zu eriſtiren

aufgehoͤrt hätte, nicht eintreten laßt, ſo verhindert