Einleitung.
lichen Ermeſſen ein großer Umfang gegeben iſt. Vergeblich, auf immer vergeblich wuͤrde das Beſtreben ſeyn, die Geſetze in eine Caſuiſtik verwandeln zu wollen, welche dem Richter alles Nachdenken erſpare und ihn zur Maſchine umſchaffe. Iſt das Geſetz klar, iſt es auf unzweydeutige Grundſaͤtze gebaut, ſind widernatuͤrliche, oder blos willkuͤhrliche, auf blindem Herkommen beruhende Formen aus demſelben verbannt:
dann wird ſchon eine große Maſſe zweifelhafter Rechts⸗ fragen vermieden werden. In Anſechung der ſich dann
noch darbietenden wird die Einſicht des Richters in die
Natur der Rechtsverhaͤltniſſe, verbunden mit der
klaren und lebendigen Einſicht in die Natur des
jedesmal vorliegenden Falles, ſicherer und leichter zum Zwecke fuͤhren, als die undankbare Bemuͤ⸗
hung unerleuchteter Geſetzgeber, alle denkbare Rechtsfaͤlle vorausſehen und beſtimmen zu wollen. Denn, da es
nicht fehlen kann, daß der Faͤlle ſich taͤglich neue, auf
tauſendfache Art verſchiedene, bilden muͤſſen, ſo beduͤrfte es fuͤr dieſe abermals neuer Geſetzformeln, die noch dazu immer um ſo unanwendbarer werden muͤßten, je ſpecieller ſie waͤren; weil nicht ſelten der geringſte fehlende oder
hinzukommende Umſtand das ganze Rechtsverhaͤltniß aͤndert, alſo die Anwendbarkeit eines blos nach Umſtaͤn⸗
den, und nicht nach Grundſaͤtzen,— Ge⸗ ſetzes aufhebt.
Freylich kann es nicht fchlen, daß bey der anwtr⸗ dung dieſes Geſetzbuches, beſonders in Anſehung der neuen Formen der Fallitenordnung, ſo manche zwei⸗
felhafte Fragen entſtehen, ſo manche geſetzliche
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