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Code Napoléon : mit Zusäzen und Handelsgesezen als Land-Recht für das Großherzogthum Baden
Entstehung
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Il. B, vl. T. Von Grund⸗Pllichtigkeiten, 205

welche ihre Pllicht auſſer Augen ſezen, nur durch Dazwiſchen⸗ kunft des Richters gehandhabt werden.

710 ge. Jede Grundpflichtigkeit dieſer Art iſt weſentlich lös⸗

bar, ſobald die Pflichtigen geſammter Hand eine Vergütung des mitt: lern Ertrags durch einen Kaufpreis oder durch Verwechslung mit einer Gült, die ſie dafür auf ihre Güter nehmen, anbieten. Geſammter Hand iſt das Anbieten geſchehen, wann entweder die Gemeinde, welcher ſie angehören, verfaſſungs mäßig das Ablöſ⸗ ſungs⸗Erbieten thut, oder der mehrere Theil der Einzelnen für Alle

mit der Zahlung, vorbehaltlich ſeiner Abfindung mit Jenen, welche

noch nicht beyſtimmen, eintritt.

710 gf. Jede Grundpflichtigkeit erlöſcht auf dem nemlichen

Wege, wie die zuinſſändigen Grunddienſtbarkeiten.

o gg. Grundpflichten ſind die Bannpflichten oder Zwangs⸗ Gerechtigkeiten, die Frohndpflichten und die Erbpflichten.

ᷣErſtes Kapitel.

Von den Bann⸗pflichten.

710 ha. Banngerechtigkeit iſt das Recht eines Gutsbeſizers zu verlangen, daß von dem Eingeſeſſenen eines Bezirks die gebannte Handlungen nicht anders, als in ſeiner dafür errichteten Anſtalt, z. B. Mühle, Kelter, Backofen, Schenke, verrichtet, und ihm da⸗ durch ein beſtimmter Vortheil zugewendet werde.

710. hb. Kein Bannpflichtiger kann genöthiget werden, die

gebannte Handlungen zu unternehmen, z. B. ſeinen Wein bey einem

Wirth zu trinken, ſein eigen Brod zu backen; nur wenn er ſie ver⸗ richten will, muß er ſich dazu der Bann⸗Anſtalt bedienen.

710. hc. Die Gebühr für den Gebrauch der Anſtalt, wo ſie nicht durch den Rechtstitel der Banngerechtigkeit beſtimmt iſt, richtet ſich nach den allgemeinen Polizey⸗Vorſchriften für dergleichen Anſtalten.