2165. Um den Werth der unbeweglichen Guͤter, wel⸗ che man mit dem Werth der Forderungen und einem Drit⸗ tel druͤber vergleichen muß, herauszubringen, nimmt man, wenn es auf ſolche Guͤter ankommt, die keiner Verſchlim⸗ merung unterworfen ſind, fuͤnfzehn mal den Werth ihres Ertrags, ſo wie derſelbe in der Mutterrolle der Grundſteuer erklaͤrt, oder bei dem Steueranſchlage auf der Rolle angege⸗ ben iſt, nach dem Verhaͤltniſſe, worin in den Gemeinden, worunter ſie liegen, dieſe Mutterrolle oder dieſer Steueran⸗ ſchlag gegen den Ertrag ſteht. Man nimmt jenen Werth nur zehnmal, wenn es auf Guͤter ankommt, die einer Ver⸗ ſchlimmerung unterworfen ſind. Jedoch ſteht es auch den Richtern frei, uͤberdies als Huͤlfs⸗ und Aufklaͤrungsmittel Pachtſcheine zu brauchen, wenn ſtie nicht verdaͤchtig ſind, Schaͤtzungsprotocolle, die etwa fruͤher, und nicht gar weit von der gegenwaͤrtigen Epoche, abgehalten worden ſind, und andere aͤhnliche Urkunden, dieſelben zuſammen zu vergleichen, und den Ertrag nach dem Mittelanſchlag zu beſtimmen, der ſich daraus ergibt.
Sechstes Capitel.
Von den Wirkungen der Privilegien und Hypo⸗ theken gegen dritte Beſitzer.
Art. 2166. Glaͤubiger, die auf ein unbewegliches Gut ein Privilegium oder eine Hypotheke haben, verfolgen daſ⸗ ſelbe, in welche Haͤnde es immer kommen moͤge, um in den Rang zu kommen und daraus bezahlt zu werden nach Ord⸗ nung ihrer Foderungen oder Einſchreibungen.
2167. Um ein reines freies Eigenthum zu erhalten, hat der dritte Beſitzer die weiter unten feſtgeſetzten Feier⸗ lichkeiten zu beobachten. Verſaͤumt er dieſelben: ſo bleibt er, vermoͤge der Einſchreibungen an und fuͤr ſich, als Inhaber fuͤr alle Hypothekſchulden verpflichtet, und iſt zu allen Friſten und Terminen berechtigt, die auch dem urſpruͤnglichen Schuld⸗ ner geſtattet waren.
2168. In dem naͤmlichen Falle iſt der dritte Beſitzer oder Inhaber gehalten, entweder alle faͤllige Zinſen und Capitalien zu bezahlen, ſo groß ihr Betrag ſeyn mag, oder das mit Hypothek beſtrickte Gut zu raͤumen, ohne irgend einen Vorbehalt.


