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ßig, oder getilgt oder abgetragen iſt, oder, wenn die Privi⸗ legien⸗oder Hypothekenrechte auf geſetzliche Art erloſchen ſind. 1
2161. So oft ein Glaͤubiger, der dem Geſetze nach, und in ſo fern keine ihn beſchraͤnkende Verabredung vor⸗ handen iſt, berechtigt waͤre, Einſchreibungen auf das gegen⸗ waͤrtige oder zukuͤnftige Vermoͤgen ſeines Schuldners zu nehmen, ſeine Einſchreibung auf mehrere Gruͤnde nimmt, als zur Sicherſtellung ſeiner Foderungen noͤthig ſind: ſteht dem Schuldner eine Klage zu, damit dergleichen Einſchrei⸗ bungen herabgeſetzt, oder fuͤr den Theil, der das gehoͤrige Verhaͤltniß uͤberſteigt, ausgeſtrichen werden. Welches Ge⸗ richt hiebei angegangen werden muͤſſe, iſt nach den Regeln des Art. 2159 zu entſcheiden.
Die Verfuͤgung des gegenwaͤrtigen Artikels hat auf vertragmaͤßige Hypotheken keine Anwendung.
2162. Als uͤbermaͤßig ſind Einſchreibungen, die meh⸗ rere Guͤter treffen, anzuſehen, wenn der Werth eines oder einiger derſelben an freien Gruͤnden uͤber ein Drittel groͤ— ßer iſt, als der Betrag der Foderungen an Capital und al— lem, was damit rechtlicher Weiſe verbunden iſt—
2163. Eben ſo koͤnnen auch ſolche Einſchreibungen als uͤbermaͤßig herabgeſetzt werden, die der Glaͤubiger nach
einer ſelbſt gemachten Schaͤtzung, und fuͤr ſolche Foderungen
genommen hat, welche, ſo viel die zu ihrer Sicherheit zu ſtellende Hypotheke betrifft, nicht durch eine Verabredung regulirt worden ſind, und welche ihrer Natur nach unbe⸗ ſtimmt oder bedingt ſind, oder noch von einem Ereigniſſe abhangen.
2164. Was in dieſem Falle als uͤbermaͤßig zu be⸗ trachten ſey, wird von den Richtern nach der Billigkeit be⸗ ſtimmt. Sie richten ſich dabei nach den Unſtaͤnden, nach der Wahrſcheinlichkeit eines guten oder boͤſen Ausſchlags, und nach Vermuthungen, die ſich auf Thatſachen ſtuͤtzen, und haben uͤbrigens ſowohl die wahrſcheinlichen Rechte des Glaͤubigers, als das Intereſſe des Schuldners, einen ordent⸗ lichen Credit zu erhalten zu vereinigen. Hiedurch verliert aber der Glaͤubiger das Recht nicht, neue Einſchreibungen mit Hypotheke vom Tage ihres Datums an zu nehmen, wenn durch den Erfolg die unbeſtimmten Foderungen geſtie⸗ gen ſind.
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