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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
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lſtens. In der Regel wird vermuthet, daß ſich die. V Geſellſchaftsgenoſſen gegenſeitig beauftragt ha⸗

ben, einer fuͤr den andern zu verwalten.

Was jeder thut, iſt guͤltig, ſelbſt fuͤr den

Theil ſeiner Mitgeſellſchafter, obſchon er ihre Einwilligung nicht eingeholt hatte. Letztere, oder auch einer von ihnen, haben aber das 1 Recht, ſich der Handlung zu widerſetzen, ehe 1 ſie vorgenommen iſt. 2tens. Jeder Geſellſchaftsgenoſſe kann ſich der Sa⸗ chen bedienen, die der Geſellſchaft gehoͤren; nur muß er ſie zu dem Zwecke gebrauchen, wozu ſie der Gebrauch beſtimmt hat; auch muß er ſich ihrer nicht gegen das Intereſſe 4

der Geſellſchaft bedienen, oder auf irgend ei⸗

ne Art, wodurch ſeine Mitgeſellſchafter ge⸗

hindert werden, ſich derſelben nach ihrem

Rechte zu bedienen. 3tens. Jeder Geſellſchaftsgenoſſe iſt berechtigt, die 1

uͤbrigen Mitglieder anzuhalten, daß ſie mit . ihm die Koſten anlegen, die zur Erhaltung

der gemeinſchaftlichen Sachen erforderlich ſind. 4tens. Einzelne Mitglieder koͤnnen an den unbeweg⸗

lichen zur Geſellſchaft gehoͤrigen Guͤtern, oh

ne Bewilligung der uͤbrigen, keine Neuerung

vornehmen, wenn ſchon behauptet wuͤrde,

daß ſie der Geſellſchaft nuͤtzlich waͤre.

1860. Ein Mitglied, das nicht Verwalter iſt, kann

ſelbſt bewegliche Sachen, die zur Geſellſhaft gehören, nicht veraͤuſſern oder ſonſt beſtricken.

1861. Jedes Mitglied kann, auch ohne Bewilligung

der uͤbrigen, ſich mit einer dritten Perſon fuͤr ſeinen Theil in der Geſellſchaft aſſociiren; es kann ſie aber ohne dieſe Bewilligung nicht mit in die Geſellſchaft treten laſſen, ob⸗ 4 ſchon es die Verwaltung derſelben hat.

Zweiter Abſchnitt. Von den Berbindlichkeiten der Geſellſchaftsglieder in Ruͤckſicht auf jeden Dritten. 3 Art. 1862. Mehrere Geſellſchaftsglieder haften nicht ſolidariſch, oder einer fuͤr alle und alle fuͤr einen, fuͤr die 1 26