— 388—
mer von Kaͤhnen und Schiffen, noch beſondern Verordnun⸗ gen unterworfen, die unter ihnen und den andern Buͤrgern an Geſetzes Statt ſind.
Dritter Abſchnitt. Von verabredeten Ueberſchlaͤgen.]
Art. 1787. Bei jeder Bedingung irgend eines Wer⸗ kes kann die Verabredung entweder dahin getroffen wer⸗ den, daß der Unternehmer ſeine Arbeit und ſeinen Kunſt⸗ fleiß allein hergeben, oder auch dahin, daß er zugleich das Material liefern ſoll.
1788. Liefert der Werksmann das Material, und die Sache geht vor der Ablieferung zu Grunde, es geſche⸗ he dies nun auf was immer fuͤr Art: ſo traͤgt der Werks⸗ mann allein den Verluſt, es ſey denn, daß der Herr in Verzug oder ſaͤumig iſt, die Sache zu uͤbernehmen.
1789. Gibt aber der Werksmann bloß ſeine Arbeit oder ſeinen Kunſtfleiß her, und die Sache geht zu Grunde: ſo haftet derſelbe allein fuͤr ſein Verſehen.
1790. Geht in dem Falle des vorhergehenden Arti⸗ kels die Sache zu Grunde, obſchon ohne irgend ein Ver— ſehen des Werksmanns, vor der Uebernehmung des Werkes, und ohne daß der Herr oder Beſteller in Verzug war, es beſichtigen zu laſſen: ſo kann der Werkmeiſter keinen Lohn fordern, wenn nicht die Sache durch einen Fehler des Materials zu Grunde gegangen iſt.
1791. Iſt die Rede von einer Arbeit, die ſtuͤckweiſe oder nach ſonſt einem Maaße, geliefert werden ſoll: ſo kann die Beſichtigung oder das Nachſehen, oder die An— nahme ebenfalls ſtuͤckweiſe geſchehen— und ſie wird als in Ruͤckſicht aller bezahlten Stuͤcke geſchehen geachtet, wenn der Beſteller den Werkmeiſter nach Verhaͤltniß der gelie⸗ ferten Arbeit bezahlt.
1792. Geht ein Gebaͤude, das fuͤr einen einmal re⸗ gulirten Preis errichtet worden, ganz oder zum Theil zu Grunde, und liegt in dieſem Falle der Fehler an der Bau⸗ art, oder auch ſelbſt an dem Boden: ſo haften Baumei⸗ ſter und Unternehmer dafuͤr zehn Jahre hindurch.


