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wieſen werden, als nach einer gehoͤrigen und in der her— koͤmmlichen Friſt geſchehenen Aufkuͤndigung.
1760. In dem Falle, wo die Miethe durch Verſchul⸗ den des Miethers aufgehoben wird, muß dieſer den Mieth— zins fuͤr die Zeit entrichten, die zur Wiedervermiethung noͤthig iſt, und noch dazu allen Schadenerſatz, den der Mißbrauch, den er etwa von der Sache gemacht, nach ſich ziehen kann. 1
1761. Es ſteht dem Vermiether nicht frei, den Mieth— contrakt aufzuloͤſen, oder davon abzugehen, obſchon er er— klaͤrt, daß er das vermiethete Haus ſelbſt beziehen wolle, es ſey denn, daß die Verabredung ein Anderes enthalte.
1762. Iſt in dem Miethcontrakt ausbedungen wor⸗ den, daß es dem Vermiether frei ſtehen ſolle, das Haus ſelbſt zu beziehen, und in dieſem Falle vom Contrakt ab⸗ zugehen: ſo muß er dennoch vorher aufkuͤndigen, und zwar in den Friſten, welche der Ortsgebrauch beſtimmt.
Dritter Abſchnſitt. Von den beſondern Regeln der Pachtcontrakte.
Art. 1763. Wer unter dem Bedinge baut, daß er die Fruͤchte mit dem Verpachter theilen ſolle, kann nicht unterverpachten, noch ſeine Pacht einem andern uͤbertra⸗ gen, es ſey denn, daß ihm ſolches im Pachtcontrakte er— laubt worden ſey.
1764. Handelt der Pachter gegen dieſe Verfuͤgung: ſo iſt der Eigenthuͤmer berechtigt, in den Genuß zuruͤck zu treten, und der Pachter wird zu der Schadloshaltung ver⸗ urtheilt, welche aus der Nichterfuͤllung des Contraktes folgt.
1765. Wird bei einem Pachtcontrakte mehr oder we⸗ niger angegeben, als die Grundſtuͤcke wirklich enthalten: ſo iſt der Eigenthuͤmer anders nicht berechtigt einen Zu— ſatz, oder der Pachter eine Verminderung des Preiſes zu fordern, als in den Faͤllen und nach den Regeln, die in dieſer Ruͤckſicht der Titel vom Kauf und Verkauf enthaͤlt.
1766. Wenn der Pachter eines Landgutes den zu deſſen Benutzung noͤthigen Viehſtand und die noͤthigen Ge⸗ raͤthſchaften nicht dahin bringt, wenn er es nicht in gehoͤ⸗


